27. April 2016

[Rezension] Kismet Knight: Vampirpsychologin




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 (Klapptext)
 »Ich bin ein Vampir.«
Selbstverständlich bist du das, dachte ich spöttisch. »Erzählen Sie mir davon.«
Er lachte wieder. Er schien mich ausgesprochen amüsant zu finden.
Hm. Unangebrachter Humor. Das ist ein Symptom bei mehreren Störungen!
Kismet Knight hat als Psychologin schon viele ungewöhnliche Patienten behandelt. Das Mädchen Midnight, das ein Vampir sein möchte, gehört da noch zu ihren normalsten Fällen. Wirklich verrückt wird es aber, als der angebliche Vampir, von dem Midnight ihr erzählt hat, plötzlich vor Kismet steht. Deveraux ist umwerfend attraktiv – und behauptet tatsächlich, dass er über 800 Jahre alt ist. Kismet scheint einer neuen Geisteskrankheit auf die Spur gekommen zu sein: Schließlich gibt es Vampire ja nicht wirklich. Oder?
 
Ta wie so oft, hauen mich beide nicht um. Das deutsche finde ich optisch etwas besser.
Bei dem englischen frage ich mich was diese bleiche Lady da soll. Sämtliche weibliche Vampire spielen in diesem Buch nur Nebenrollen und Kismet ist ja Mensch durch und durch. Vielleicht gibt es einen Grad and Bleichheit den ein Covermodel für Vampirromane nicht überschreiten darf?


 Die Vampirwelle ist am Abklingen und da man nicht mehr alle drei Nase lang einen Vampirroman hinterher geschmissen bekommt, hatte ich mal wieder richtig Lust drauf. Da kam mir dieser Roman in meiner lieblings-Secondhand Buchhandlung gerade recht. Der Klapptext ließ mich auf einen richtig schönen klassischen Romantasy Roman hoffen: Vampire, Liebe ,Witz, Erotik und eine starke Heldin. Das volle Programm eben. Leider hielt der Klapptext dann doch nicht ganz, was er verspricht und daran ist hauptsächlich die Heldin schuld.
Unsere Protagonisten ist die Psychologin Dr. Kismet Knight. Sie lebt ihren Beruf mit Leidenschaft, ist bodenständig, stur und hat einen deutlichen Hang zum Sarkasmus und zur Ironie, was uns bereits auf den ersten Seiten einige lustige Gedanken ihrerseits beschert. Als dann ihre erste Vampirlehrling-Patientin reinmarschiert und freizügig von dem ortsansässigen Vampirclan erzählt ist sie von dieser neuen Art von Wahnvorstellung fasziniert und hat die Idee daraus ein Buch zu machen, um die Karriereleiter weiter aufzusteigen. Als der Vampir Deveraux aka Love Interest 1 in ihre Praxis unvermittelt auftaucht, bestärkt das Kismet nur diese Wahnvorstellung weiter zu verfolgen. Soweit so gut. Der Anfang des Buches war wirklich gut.
Auch als der Vampirmörder jagende FBI-Agent Allan aka Love Interest 2 auftaucht, ist noch alles gut. Dann wird Kismet aber immer weiter in die Vampirszene hineingezogen, sieht allerhand übernatürliche Dinge und wird das Ziel diverser Angriffe. Und hier zeigt sich, wie schwer Kismet manchmal als Protagonisten, deren Gedanken man direkt vorgesetzt bekommt, zu ertragen ist. Denn selbst bei all dem übernatürlichen Tralla ums sie herum im Sinne von Leute verpuffen direkt vor ihr, weigert sich sich felsenfest von ihrer Wahnvorstellungs-Theorie abzuweichen und die Existenz von Vampiren anzuerkennen.
Während das in den ersten Kapiteln noch amüsant war, wurde es in den späteren Kapiteln einfach nur nervig. Denn Abgesehen von ihrer Sturheit hat Kismet auch einen bemerkenswerten Kontrollzwang und muss alles ganz genau wissen. Man möchte ihr manchmal zuschreien, sie solle doch einfach mal die Klappe halten und nicht alles bis in's kleiste Detail hinterfragen.
Wäre das nicht noch anstrengend genug, hat Kismet ebenfalls ernsthafte Schwierigkeiten ihren Verstand bei Anwesenheit eines männlichen Wesen bei sich zu behalten. Sobald einer von ihnen in der Nähe ist, sei es Love Interest 1, 2 oder ihr Ex schaltet ihr Hirn offensichtlich auf Vagina um. Man darf es ihr aber nicht übel nehmen. Immerhin hatte sie eine zweijährige Durststrecke was Männer angeht, wie sie selbst immer wieder betont. Also ist es nur gerechtfertigt, dass sie gedanklich alles anspringt,was bei drei nicht aufm Baum ist.
Der Grund, warum das Buch dennoch ganz okay ist, ist vor allem der Schreibstil, denn wenn man sich nicht gerade über Kismet aufregt, ist man doch in der Regel am Lachen oder Schmunzeln. Lynda Hilburn schafft es die Gedankenwelt von Kismet anschaulich rüberzubringen und gerade die witzigen Metapher und Vergleiche machen das Lesen so angenehm. Zusammen mit der recht schnellen Handlung lässt sich das Buch trotz der Zähigkeit die von Kismet ausgeht, gut und flüssig durchlesen.
Wer mal wieder Lust auf ein Vampir-Romantasy Roman hat und dabei vor allem Wert auf Humor und weniger auf die Romantik legt, für den ist Kismet Knight ein super Buch für zwischendurch.



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