6. März 2016

[Rezension] Royal - Ein Leben aus Glas



  http://www.thalia.de/shop/ebook-deal/suchartikel/royal_band_1_ein_leben_aus_glas/valentina_fast/EAN9783646601602/ID43254294.html?jumpId=4280429&suchId=fa5c9bb6-e959-4ef1-bd30-f72cd8e892e6  http://www.amazon.de/Royal-Band-Ein-Leben-Glas-ebook/dp/B010V4JIQQ/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1457276924&sr=8-1&keywords=royal+1

 (Carlsen)
Viterra, das Königreich unter einer Glaskuppel, ist der einzige Ort auf Erden, an dem die Menschen die atomare Katastrophe überlebt haben. Um die Bevölkerung bei Laune zu halten, findet dort alle zwei Jahrzehnte die große Fernsehshow zur Königinnenwahl statt. Aber diesmal ist alles anders. Diesmal will der Prinz ein Mädchen finden, das ihn um seiner selbst liebt. Vor den Augen des gesamten Königreichs soll die siebzehnjährige Tatyana zusammen mit den schönsten Mädchen des Landes um die Gunst vier junger Männer buhlen, von denen keiner weiß, wer der echte Prinz ist. Sie würde alles darum geben, nicht teilnehmen zu müssen. Aber auch sie kann sich dem Glanz eines Königslebens nur schwer entziehen …

Mir gefällt das Cover außerordentlich gut, besonders die Farben. Auch wurde sich Mühe bei der Schrift gegeben. Man hat gleich einen Wiedererkennungswert. Bei solch schönen Covern bedauere ich es immer, dass mein E-reader nur schwarz weiß wiedergibt.


Royal ist ein Buch, dass mich positiv überrascht hat. Mit all zu großen Erwartungen bin ich nämlich an den Wettkampf ala Bachelor nicht ran gegangen.
Getragen wird die Story vor allem durch die Protagonistin Tatyana, kurz Tanya genannt, die die Geschichte aus der Ich-Perspektive erzählt. Eigentlich wünscht sich Tanya nichts anderes als ein normales Leben und träumt von einer Lehre in der Goldschmiede ihres Schwagers. Dummerweise hat ihre herrische Tante anderes im Sinn. Sie stellt Tanja ein Ultimatum: Wenn sie bei der diesjährigen Prinzessin Auswahl mitmacht und sich ernsthaft bemüht, dann darf sie falls sie ohne eigenes Verschulden ausscheidet, bei ihrer Schwester wohnen und die Lehre beginnen. Notgedrungen macht Tatyana also mit, auch wenn ihr der ganze Trubel und die Show zuwider ist. Dass man sich in solch einer Show verlieben könnte, glaubt sie schon gar nicht.

Als Leser hat man in Tatyana eine starke, selbstbewusste Protagonisten gefunden, die zwar hin und wieder von Zweifel und Ängste geplagt wird, sich von diesen jedoch nicht entmutigen lässt. Das macht sie stark und menschlich zugleich. Sie war mir sofort sympathisch.
Neben Tanya können sich auch die Nebencharaktere sehen lassen. Da wären natürlich zunächst die 4 jungen Männer, von denen einer der Prinz ist. Sie glänzen mit sehr unterschiedlichen Charakteren und Verhalten. Der draufgängerische Charmeur Charles, der ruhige, elegante Henry, Fernand die freundliche, treue Seele und der etwas ruppigen Phillip, der der armen Tanya schon beim Einzug in den Palast zu schaffen macht. Allgemein erschuf die Autorin keine Statisten, sondern füllt ihre Charaktere mit Leben. Sei es nun die potenziellen Prinzen, Tanyas quirlige Freundin Claire oder die strenge, aber gutmütige Zofe Erica ( mein absoluter Lieblings Nebencharakter).

Von der Handlung her, mögen sich wohl einige an Selection erinnert fühlen. Es gibt zwar einige Paraellen, Royal hat aber, wie ich finde, ein ganz anderes Tempo, eine andere Atmosphäre und stärkere Charaktere. Große Überraschung gab es nicht, allgemein passiert gar nicht so viel doch das störte mich nicht, denn man ist einfach zu sehr damit beschäftigt Tatyana in ihrem königlichen Spießrutenlauf zu begleiten. Der ein oder andere witzige Schlagabtausch, lockerte das ganze auf.

Was mir persönlich jedoch missfällt, ist die Länge der Bände und der Cut am Ende des 1. Bandes, der total willkürlich abgeschnitten wirkt. Von den 197 Seiten sind 20 Seiten noch Leseprobe und Programmvorschau. Da hätte man ruhig zwei Bände zusammenfassen können und eine Trilogie draus gemacht.

Und noch eine Kleinigkeit am Rande: Ich hoffe, dass der Lektor nochmal drüber geht, wenn das Buch demnächst als Taschenbuch erscheint und der armen Tanya, dann nicht mehr der Scheiß statt des Schweiß über die Stirn läuft. Immerhin hab ich mich gekugelt vor Lachen.
Ein sehr gelungener Auftakt. Es erfindet das Rad sicher nicht neu, kann aber durch starke und sympathische Charaktere überzeugen.




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