10. Mai 2016

[Rezension] Maresi: Das Lied der Insel



http://www.randomhouse.de/Paperback/Maresi/Maria-Turtschaninoff/e485287.rhd  http://www.thalia.de/shop/home/suchartikel/maresi/maria_turtschaninoff/EAN9783453316997/ID44252993.html?jumpId=11377055&suchId=80953fc2-29a4-4394-957d-d2d3996f5849  http://www.amazon.de/Maresi-Das-Lied-Insel-Roman/dp/3453316991

In einer Welt, in der Mädchen keine Rechte haben, erscheint eine Insel, auf der nur Frauen leben und dort die Mythen der Göttin studieren, wie ein Märchen. Für die junge Maresi ist dieser Traum Wirklichkeit geworden: Sie ist bereits seit vier Jahren als Novizin auf der Insel und damit in Sicherheit. Bis eines Tages Jai – helles, wildes Haar, vor Schmutz starrende Kleider und Narben auf dem Rücken – einem Boot entsteigt. Sie sucht Schutz vor schrecklicher Gefahr und unvorstellbarer Grausamkeit. Doch als Jais Verfolger in der Roten Abtei auftauchen, muss Maresi über sich selbst hinauswachsen, um sich, Jai und ihr Zuhause zu retten. 

 
 Was denn, drei Cover? Ja. Ich zeuge euch wie gewohnt, das deutsche und das originale, in diesem Fall finnische Cover. Allerdings finde ich auch das englische Cover sehr schön und wollte es euch nicht vorenthalten.
Wir haben hier drei sehr unterschiedliche Cover für ein und das selbe Buch und so recht entscheiden kann ich mich nicht. Atmosphärisch gefällt mir das Deutsche am Besten. Die Farben wirken harmonisch und etwas verträumt, passend zum Buch. Künstlerisch finde ich das englische Sehr toll. Ich mag minimalistische Cover und der Kontrast vom Hintergrund und den tiefroten Kirchturm? Ist sehr schön. Das Finnische gefällt mir ins einer Gesamtheit am besten. Es ist sowohl ästhetisch, als auch künstlerisch sehr hübsch.

 
Dieses Buch habe ich bei meinen Vorbereitungen für den Neuerscheinungspost für Mai entdeckt. Schon als ich den Klapptext gelesen hatte, wusste ich, dieses Buch möchte ich unbedingt lesen. So sehr, dass ich darüber hinaus sogar vergessen habe, dass ich im Mai ja eigentlich nur re-readen wollte und kurzerhand beim Verlag angefragt. Und wisst ihr was? Ich bereue nichts. Denn mit Maresi hielt ein traumhaft schönes Fantasybuch bei mir Einzug.

Als das Buch bei mir ankam, war ich ja zunächst überrascht, wie dünn es ist. 230 Seiten sind wirklich nicht viel. Das macht aber nichts, denn für die Geschichte ist es genau die richtige Länge.
Das Buch beginnt mit einem kurzen Vorwort von Maresi selbst, die schildert, warum sie die Ereignisse niederschreibt. Das Buch ist sozusagen ein Bericht in der ich-Perspektive über das Geschehen für die altehrwürdige Klosterbibliothek. Hier kommt dann auch schon auf den ersten Seiten einer der großen Stärken des Buches ans Licht: Der Schreib- und Erzählstil. Ich hatte nämlich nicht das Gefühl das Buch einer Autorin zu lesen, sondern eben wirklich Maresis Bericht. Man vergisst nur all zu leicht, dass es Frau Turtschaninoff's Worte sind die man liest. Maresis Persönlichkeit spiegelt sich im gesamten Buch in „Ihrer“ Wortwahl wieder, was trotz der ruhigeren Handlung das Buch sehr lebendig macht.

Ebenfalls eine Stärke sind die Charaktere. Im Vordergrund stehen natürlich Maresi und Jai. Maresi ist ein freundliches, aufgewecktes Mädchen mir einem schier unersättlichen Wissensdurst und einer ausgeprägten Liebe zu Büchern. Schon nach den ersten 5 Seiten war sie mir sehr sympathisch. Unterstrichen wird das noch durch liebenswerte „Macken“ wie ihre große Vorliebe fürs Essen (Was angesichts ihrer Vergangenheit nicht weiter verwunderlich ist) oder einer ungezügelten Neugierde, die sie sogar an einer Tür lecken ließ,weil diese so sehr nach Brot roch. All das erfährt man immer wieder in Anekdoten, die Maresi ihren Bericht hinzufügt.
Mit der Ankunft von Jai verändert sich Maresis Alltag. Jai ist zunächst sehr verschlossen und lässt so gut wie niemanden an sich ran. Ihre Vergangenheit hart schwere Narben sowohl auf Körper als auch Seele hinterlassen. Mit der Zeit entwickelt sich aber eine wunderbare, tiefgreifende Freundschaft zwischen den Mädchen, die ein Grundstein der Handlung bildet. Aber auch die Nebencharaktere bleiben nicht blass, sondern ergänzen das Gesamtbild des Klosters und geben einen guten Eindruck wie innerlich stark und selbstsicher Frauen sein können.

Die Handlung selbst ist eher ruhig, aber keinesfalls langweilig. Dank Maresis lebhaften und bilderreichen Schilderungen, erlebt man den Alltag im Kloster hautnah. Dieses Buch kommt ganz ohne Aktion, übermäßiger Gewalt oder „Quests“ von epischer Tragweite aus. Es ist wie eine sanfte Sommerbrise, die einen zart umfängt und wärmt. Dennoch schafft das Buch auch zum Nachdenken anzuregen. Denn diese Welt, in der Frauen nichts zählen und von Bildung ausgeschlossen werden, mag uns so grausam und unwirklich erscheinen, ist in manchen Ländern unser Welt aber immer noch bittere Realität.
Zum Ende hin, wird es dann nochmal etwas dramatischer, aber auch hier wird auf übermäßige Gewalt und Schrecken verzichtet. Es sind und bleiben die Charaktere, die im Vordergrund stehen. Maresi und Jai wachsen an tiefer Freundschaft, Liebe zur Familie und Mut und machen beide eine schöne Entwicklung durch. Sodass man mit einem befriedigten Gefühl das Buch zuschlagen kann.

Dieses Fantasybuch zeigt deutlich, dass es nicht immer eine epochale Reise, Schlacht oder Heldentat benötigt, um den Leser zu berühren. Maresi ist ein Buch, federleicht und eindringlich zugleich.





Kommentare:

  1. Es ist leider schwer, jemanden zu finden, dem das Buch genauso gut gefallen hat wie mir. :) Unterschreibe ich so. Und Du merkst, ich habe mich in Deinem Blog echt festgelesen und das nicht nur, weil wir einen ähnlichen Geschmack zu haben scheinen. :)

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    1. Es freut mich, dass es dir bei mir gefällt ^^
      Ja, bei Maresi habe ich auch schon einige Rezensionen gelesen, denen es gar nicht gefallen hat. Zu ruhig und langweilig.

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