4. Juni 2016

[Rezension] Ebelle Das Spiel aller Spiele



https://www.carlsen.de/epub/ebelle-das-spiel-aller-spiele/78272  http://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/ebelle_das_spiel_aller_spiele/antonia_anders/EAN9783646602401/ID44881642.html  https://www.amazon.de/Ebelle-Das-Spiel-aller-Spiele-ebook/dp/B01CJWYHFA

 (Verlagsbeschreibung)
 Eleanor ist anders als die Mädchen an ihrer Schule. Während jene shoppen gehen, hockt sie als leidenschaftliche Gamerin zu Hause und spielt bis tief in die Nacht heroische Online-Spiele. Bis eines Tages das Unmögliche wahr wird und sie im neuesten Trendgame »Ebelle« aufwacht. Ohne Waffe und in Schuluniform muss sie sich von Null auf ein Überleben sichern, Aufgaben erfüllen und vor allem einen Weg zurück in die Realität finden. Gar nicht so leicht, wenn man sich in einem mittelalterlichen Reich befindet, das kurz vor einem Krieg steht und in dem man noch nie etwas von heißen Duschen oder Smartphones gehört hat. Aber Eleanor ist eine gute Spielerin. Sie lernt die richtigen Leute kennen, schlägt sich durch und gewinnt sogar das Herz eines entscheidenden Kämpfers. Währenddessen braut sich über Ebelle ein Unheil zusammen, das nur sie aufhalten kann…

Das Cover finde ich ganz schön, mir gefallen die Farben. Auch das in die Ferne blicken hat was. Als ob die ganze unbekannte Spielewelt sich vor einem ausbreitet. Lediglich diesen Rahmen finde ich hässlich, den hätte man weglassen sollen.


Ebelle ist ein Buch, dass in meinen Augen viel Potenzial hatte, dieses aber leider nicht ausschöpfen konnte. Für mich als leidenschaftliche Leserin und Gamerin klang es zunächst wie das perfekte Buch: Eine nerdige Protagonistin wird magischerweise in ihr Lieblings PC Rollenspiel gezogen und muss nun in der Spielewelt bestehen. Hat mich an Sword Art Online erinnert, falls das jemand von euch etwas sagt (Ein sehr erfolgreicher Anime)

Auf den ersten Seiten lernt man Eleanor, kurz Elle, und ihr bisheriges Leben kennen. Sozial etwas unbeholfen aber schlagfertig. Dazu noch ein Vater, der zwar ein bisschen überfordert alleinerziehend mit einer Teenagertochter wirkt, aber herzlich. Man erhält auch einene ersten Einblick in die Welt von Ebelle, da Elle das Spiel kurz spielt. Irritiert, hat mich die Darstellungsweise von dem Spiel. Endlose Ladebalken sind heute nicht mehr üblich. Es macht auch keinen Sinn, dass Neulinge wahllos von anderen Spielern angegriffen werden. Aber nun gut, dachte ich mir. Sie hat ja nur 3 Minuten oder so gespielt.

Als sie dann in das Spiel teleportiert wird geht es erst mal gemächlich zu. Auf der Suche nach der versteckten Aufgabe, die sie ihrer Meinung nach wieder nach Hause bringt, wandert Elle als Botin in die Stadt und überreicht der Adelstochter Isena die Nachricht, von der sie auch prompt eingestellt wird. Schnell kommen dann noch allerhand andere Charaktere hinzu, unter anderem der Love interest. Doch alle blieben für mich leider ziemlich blass. Zu keinem konnte ich eine wirkliche Verbindung aufbauen.
Auch Eleanor selbst konnte mich nicht erreichen. Auf der einen Seite war sie mir viel zu passiv und ließ sich nur von einem Ereignis zum nächsten treiben, auf der anderen Seite ging sie mir an manchen Stellen gehörig auf die Nerven, da sie ständig alles persönlich nimmt und immer gleich beleidigt ist. Auch ihr permanenter verbaler Schlagabtausch mit Gordian, fand ich wenig amüsant, sondern eher aufgesetzt.

Insgesamt muss ich sagen, dass ich mich ab Mitte des Buches ziemlich zu langweilen begann. Leider fehlten auch sämtliche Spiel-elemente. Nirgendwo waren andere Spieler zu erkennen, es gab keine Monster die bekämpft werden mussten, keinen Quest, Tränke oder anderes. Im Grunde ist Ebelle nur eine ganz normale Mittelalterwelt, das hat mich schon ziemlich enttäuscht. Zum ende hin tauchen dann doch noch andere Spieler auf. Allerdings sind sie eine gesichtslose blutrünstige Masse, die nichts weiter tut, als die Leute zu ermorden. Das fand ich dann schon eine ziemlich unfaire Darstellung vom Rollenspieler. Als ob es der Sinn irgendeines Spiels wäre wahllos alle NPCs zu killen. Auch die Begründung für das Ganze Spiel war für mich etwas fadenscheinig, aber ich will hier nicht spoiler.

Bis zu diesem Punkt, hätte ich dem Buch aber noch 3 Dreiecke gegeben. Auch wenn es mich absolut nicht erreicht hat. Was aber den Vogel abgeschossen hat, sind die letzten zwei Seiten. Ich kann es ohne Spoiler nicht sagen, aber nur so viel: So gedankenlos verhält sich kein Mensch, Liebe hin oder her.


Ich bin sicher, dem Einen oder Anderen wird Ebelle begeistern, mich konnte es aber leider so gar nicht erreichen.


https://www.carlsen.de/sites/default/files/styles/teaser_146/public/impress_logo_1.png?itok=m1aoh3pb


Kommentare:

  1. Jaaa genauso ging es mir auch mit diesem Buch, ich habe so viel erwartet und war soo enttäuscht und dieses Ende -.- kaum zu fassen.

    Wir haben fast die selben Punkte angesprochen

    Liebe Grüße

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  2. Schöne aufschlußreiche Rezi. Ich hatte auch überlegt, zuzuschlagen, da mich die Inhaltsangabe ansprach, wenn ich aber an die von dir angesprochenen Punkte denke, lass ich es lieber. Konstruiert wirkende Handlungen, fehlende Emphatie und das angesprochene Ende schrecken mich ab.

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  3. Ahoy,

    beinahe hätte ich das Buch gelesen, aber gut, dass ich es gelassen habe ^^
    Ein Buch, dass inhaltlich ähnlich aber richtig genial ist, ist "Nemesis - Hüterin des feuers". das habe ich gerade beendet und kann es dir nur ans Herz legen ♥

    LG, Mary <3
    http://marys-buecherwelten.blogspot.de/

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