23. Januar 2017

[Rezension] Auracle - Gina Rosati



https://www.amazon.de/Auracle-M%C3%A4dchen-zwei-Seelen-Liebe/dp/3760789072/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1485168896&sr=8-1&keywords=auracle
 Hinweis: Auracle ist nur noch gebraucht zu bekommen

(Klapptext mit Ergänzung meinerseits)
Die 16-jährige Anna Rogan ist ein ganz normaler Teenager - hätte sie nicht die Gabe, unbemerkt ihren Körper zu verlassen. Astral besucht Annas Seele die entlegensten Winkel des Universums. Reisen, deren Schönheit Anna genießt, deren Gefahr sie jedoch übersieht - bis es zu spät ist. Nachdem die Schulzicke bei einem tragischen Unfall stirbt stellt Anna entsetzt fest, dass diese anstatt ins Licht zu gehen, sich in Annas herrenlosen Körper breit gemacht hat und nicht bereit ist diesen wieder herzugeben.



 
Ein sehr schönes Cover, das muss ich gleich als erstes los werden. Wie ihr seht ist das Deutsche nur umgefärbt, aber ich finde die Farben machen eine so unterschiedliche Wirkung, dass ich euch trotzdem beide zeigen wollte. Mir gefällt das blaue Original noch ein Stück besser. Es ist ruhiger, kühler, mystischer. Das Türkis wirkt da im direkten Vergleich etwas aufdringlich. Nichtsdestotrotz ist das Cover von dem Komposition her wirklich sehr schön geworden. Auch dass mit der schwebenden Anna und dem Wasserfall direkter Bezug zur Geschichte genommen wird, finde ich gut gelungen.


Das Phänomen Astralprojektion oder auch außerkörperliche Erfahrung ist, wie auch die Vorstellung einer Seele, in fast jeder Kultur der Menschheit bekannt. Umso verwunderlicher ist es, dass das Thema im Jugendbuchgenre bisher kaum aufgegriffen wurde. Auracle hat hier also schon mal den Vorteil ein unverbrauchtes Thema zu haben. Leider reicht die Umsetzung nicht an die Idee heran und es wurde einiges an Potenzial verschenkt.

Die Umsetzung der Astralprojektion fand ich noch ziemlich gut gelungen. Es wird ausführlich das „kribblige“ Gefühl beschrieben wenn Anna sich von ihrem Körper löst und auch der Ansatz eines physikalischen Hintergrundes mit Energie und Dimensionen fand ich plausibel. Das wars dann leider auch schon an guter Umsetzung.

Fangen wir bei der Protagonistin Anna an. Auf den ersten 100 Seiten war sie mir eigentlich noch sehr sympathisch, wenn auch als graue Maus mit geheimer Kraft etwas stereotypisch. Im Laufe der Handlung konnte ich ihre Handlungsweisen jedoch immer weniger nachvollziehen. Als sie feststellen musste dass Zicke Taylor sich in ihrem Körper gemütlich gemacht hat, versucht sie, meinen Eindruck nach etwas halbherzig ihren Körper zurück zu gewinnen.
Auch im weiteren Verlauf wirkt sie eher plan- und antriebslos und wartet praktisch darauf, dass andere die Lösungsvorschläge machen. Sie macht irgendwie nicht den Eindruck, als ob das Verlieren des eigenen Körpers eine so ernste Sache wäre. Da fehlte einfach die Tiefe im Charakter.

Auch die anderen Hauptcharaktere wie Körperdieb Tylor und bester Freund/Love Interest Kei waren eher flach und klischeehaft. Sie die böse reiche Zicke und er der absolute perfekte, heiße, verständnisvolle Traumtyp. Gähn! Der Einzige der ein wenig von diesem Muster abweicht ins Seth, der des Mordes an Tylor beschuldigt wird, aber er spielt leider nur eine untergeordnete Rolle, schade.
Mit solchen Charakteren ist es dann auch nicht weiter verwunderlich, dass man die Spannungshöhepunkte an einer Hand abzählen kann. Von diesen Lichtblicken abgesehen dümpelt die Story eher vor sich hin.

Ein weiterer Punkt, der meinen Lesefluss erheblich verlangsamt hat war die Sprache und die Fülle an Logikfehler. z.B. Steht im Satz A, dass Seth flucht. Im folgenden Satz B wird dann erläutert, da,s das Fluchvokabular von Kei viel aus japanischen Wörtern besteht. Aber der hatte ja gar nicht geflucht. Das sind kleine Logikfehler, aber sie summieren sich. Auch die Sprache selbst empfand ich ehrlich gesagt als recht plump. Es gibt wenig Nebensätze und Ergänzungen: Er sagte das. Dann gingen wir dahin. Dann taten wir dies. Jugendsprache hin oder her, eine gewisse Wortgewandtheit sollte ein Autor schon an den Tag legen.

Auracle ist ein Buch mit einer großartigen Grundidee, welches leider sein Potenzial durch stereotype Charaktere und eine plumpe Sprache verspielt hat.



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen