30. April 2017

[HoS Rezension] Die Welt wie wir sie kannten - Susan Beth Pfeffer


https://www.carlsen.de/taschenbuch/die-welt-wie-wir-sie-kannten-die-letzten-ueberlebenden-1/18756  https://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/die_welt_wie_wir_sie_kannten_die_letzten_ueberlebenden_bd_1/susan_beth_pfeffer/ISBN3-551-31203-6/ID31997624.html  https://www.amazon.de/Die-Welt-kannten-letzten-%C3%9Cberlebenden/dp/3551312036/ref=tmm_pap_swatch_0?_encoding=UTF8&qid=&sr=

(Verlagstext)
Gespannt verfolgt Miranda zusammen mit ihrer Familie und der ganzen Nachbarschaft, wie ein Asteroid auf dem Mond einschlägt. Doch dadurch wird der Mond unerwartet aus seiner Umlaufbahn geworfen und die Welt gerät über Nacht aus den Fugen: Flutkatastrophen, Erdbeben und extreme Wetterumschwünge bedrohen die Zivilisation. Miranda und ihre Familie müssen lernen, dass gerade jetzt die kleinen Dinge zählen: Feuerholz, Klopapier, eine Dose Bohnen, Aspirin. Und dass sie alle zusammen sind.




 
Nun bei einem Buch, dass eine Katastrophe ausgelöst vom Mond behandelt ist es nur allzu logisch derselbigen auch auf das Cover zu packen. Ich finde dem deutschen Cover ist die Gesamtkomposition dabei besser gelungen. Durch den übergroßen Mond und den dunklen Farben wirkt es bedrohlich aber eher wie eine schleichende stille Bedrohung. Beim original finde ich die Blautöne etwas zu intensiv.

 
(Achtung: Dies ist eine Hall of Shame kurz HoS Rezension! Die bedauernswerten Exemplare die dort landen, sind mir so dermaßen gegen den Strich gegangen, dass ihre Rezension grausame Seelenpein für ihre Fans bedeuten könnten. Als Fan des betreffenden Buches rate ich also zu Abstand. Des weiteren liegt es mir fern Autoren als Person zu beleidigen oder deren Leistung ein Buch zu veröffendlichen zu verunglimpfen. Meine, zugegeben scharfe Kritik richtet sich lediglich an Handlung, Charaktere  und Plot eines Buches. Nehmt mich also wie die goldene Himbeere nicht all zu ernst)
 
Schaut man sich die Rezensionen zu diesem Buch an, so sind diese überwiegend positiv, geradezu begeistert. Grund genug für mich es nochmal mit diesem Buch zu probieren, nachdem ich es vor Jahren mal frustriert in die Ecke geworfen hatte. Doch leider muss ich sagen, dass auch das erneute Lesen nichts an meiner Meinung geändert hat.

In nicht allzu ferner Zukunft soll ein Meteor auf der Mondoberfläche einschlagen. Die Wissenschaftler sind sich einig, dass er ungefährlich ist und das Ereignis wird zum Massenspektakel. Doch dann geschieht das Unvorstellbare: Durch die Kraft des Einschlages wird der Mond von seiner ursprünglichen Umlaufbahn abgebracht und rückt näher an die Erde heran. Die Folgen: Die Gezeiten spielen vorrückt, Erdbeben und Tsunamis verwüsten alle Kontinente. Und mittendrin die 15 jährige Miranda deren bisher beschauliches Leben sich auf einen Schlag ändert, als es plötzlich ums überleben geht.

Gut gefallen hat mir das Ausgangsszenario: Dadurch, dass der Mond nun viel näher an der Erde ist, werden die Gezeiten stärker, die Erdrotation verlangsamt sich (wodurch tage und Nächte länger werden), Vulkanismus und Erdaktivitäten nehmen durch die Anziehungskraft des Mondes zu. Und das alles nur wegen einem Meteor. Das ist ein ganz realistisches Szenario und auch sehr bedrückend, denn so was kann jederzeit passieren. Es könnte rein theoretisch schon morgen sich ein Meteor in Richtung Erde verirren. Und je nach Größe gäbe es wohl nur wenig, was die Menschheit nach aktuellem Stand dagegen tun könnte. Durch diese Realitätsnähe hat das Ganze etwas sehr bedrückendes und eindringliches, das hat mir gut gefallen.

Was mir in Puncto Realität jedoch nicht gefallen hat ist die Reaktion der Bevölkerung. Zum Anfang mit der Panik und den Hamsterkäufen fand ich sie noch gut dargestellt und nachvollziehbar. Doch im Laufe der Handlung wurde es für mich zunehmend unlogischer, dass es keine größeren Ausschreitungen, keine Plünderei oder Gewalt gab. Man klaut sich nichts vom Nachbarn sonder rationiert lieber seine Portionen enger. Das wäre zwar schön wenn es so wäre, aber die Gesichtete hat uns schon mehr als einmal gelehrt, dass der Mensch im Angesicht von Tod und Verwüstung nicht so nett reagiert. Ich erwarte ja keine aufreibenden Schlägereien Mit Gangs oder die totale Anarchie, aber dass alle so nett beisammen sitzen wie in diesem Buch ist einfach nicht mit dem Wesen des Menschen zu vereinbaren und unlogisch, so grausam es auch ist.
Auch fand ich es doch sehr fragwürdig, dass es eine vierköpfige es Familie schafft ganze 7 Monate nur von Konserven und ein bisschen popeliges selbst angebautes Gemüse zu überleben. Bis auf kleineren Nachschub, stammt fast der gesamte Vorrat von dem ersten Hamsterkauf. Wie viele Konserven haben die da gekauft und viel wichtiger: Wo haben die das alles hineingepackt, Aus so vielen Konserven kann man ja ein ganzes Haus bauen.
Und warum in allen Dreiteufelsnahmen benutzt diese Familie Im Hochsommer! den spärlich fließenden Strom um die Wäsche im Wäschetrockner zu trocknen und die Klimaanlage zu betreiben. Kann man nicht was sinnvolleres mit dem Strom machen? Aber immerhin während alle Vorräte sich dem Ende zuneigen Katzenstreu und Katzenfutter sind bis zum Ende noch reichlich da. Hurra.

Ich hätte ja noch beide Augen zudrücken können, wenn wenigstens die Handlung was hergegeben hätte. Das Buch ist als Tagebuch konzeptioniert und Miranda nimmt das sehr wörtlich. Methodisch dokumentiert sie für uns jede einzelne Konserve die wann, wo und vom wen verspeist wird. Endlich mal ein Buch wo man ganz genau erfährt was wann auf den Tisch kommt, so was habe ich mir schon immer gewünscht. Ansonsten passiert nichts spannendes. Die Familie überlebt mehr oder weniger gut auf der schon erwähnten fragwürdigen Weise. Miranda und ihre Mutter (die meiner Meinung nach die Vernünftigste in dem ganzen Buch war) streiten sich ständig, dann tut es Miranda leid. Streit, Reue, Streut Reue usw.
Die Vorräte werden knapp, doch ich war schon zu weggepennt um noch irgendwelche Spannung zu empfinden.

Spoiler!
Am Ende löst ein himmlischer Engel, die Regierungsbeamten alle Probleme in dem sie nach etlichen Monaten wie durch ein Wunder plötzlich auftauchen und Essen verteilen. Jupp, ist klar. Als ob irgendeine Regierung, wenn sie es denn tatsächlich schafft nach über einem halben Jahr Apokalypse noch eine stabile Nahrungsversorgung aufrecht zu erhalten in jedes Pupskaff fährt und da Nahrung verteilt und jeder sich nett und freundlich anstellt.
Das ist logistisch einfach nicht machbar und absolut unlogisch, dass sie nach so langer Zeit noch genügen Benzin und Personal dafür haben. Realistischer wären Sammelstellen an Ballungszentren gewesen.

Das an sich interessante Setting verliert sich in unrealistischen Taten und Ereignisse und eine absolut öden Handlung.


His & Her Books (Kay): 4/5

 
Du hast dieses Buch auch rezensiert?
Dann lass mir doch ein Kommentar mit dem Link da oder noch besser: Trage dich doch in die „Meine Meinung, deine Meinung“ Liste ein, dann verlinke ich deine Rezensionen zukünftig automatisch ;)



1 Kommentar:

  1. Das ist echt schade. Hier wartet die ganze Trilogie am SuB und bisher habe ich eigentlich nur positive Meinungen dazu gehört. Da bin ich echt mal gespannt.

    Liebe Grüße,
    Nicole

    AntwortenLöschen