13. September 2016

[HoS Rezension] Sie kommen. Ein Blog vom Ende der Welt - Madeleine Roux

Weitere Infos zum Buch:
 
ISBN: 978-3-8025-9147-1
Übersetzer/in: René Satzer
Ersterscheinung (D): 11.07.2013
Genre: Postapokalypse

Folgene Links kennzeichne ich Gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung, bei dem Amazon Link handelt es sich um ein Affiliate Link)

Nachträglicher Hinweis: Das Buch ist als Print nur noch gebraucht erhältlich, als Ebook ist es aber noch überall zu kaufen.

https://www.luebbe.de/lyx/buecher/fantasy-buecher/sie-kommen/id_6076277  http://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/sie_kommen/madeleine_roux/ISBN3-8025-8600-X/ID33755239.html 

(Verlagstext)
Buchhändlerin Allison Hewitt ist in ihrem Laden eingesperrt, während draußen die Welt untergeht: Menschen verwandeln sich in Zombies und überrennen die ganze Stadt. Zusammen mit einigen Kunden und Nachbarn kämpft Allison ums nackte Überleben
 

Mir gefällt das deutschehe Cover ganz gut. Es ist düster mit der Zombiehand und nimmt gleichzeitig Bezug zum Buchladen. Die Blutverschmierte Wand tut sein übrige um Neugier beim Leser zuw ecken. Das Original ist dagegen für mich ein Totalreinfall. Das fängt schon beim stümperhaften Photoshop an. Die Elemente sind so offendsichtlich zusammengeklatscht. Eins ist comichaft, das andere wiederum 3D
.

(Achtung: Dies ist eine Hall of Shame kurz HoS Rezension! Die bedauernswerten Exemplare die dort landen, sind mir so dermaßen gegen den Strich gegangen, dass ihre Rezension grausame Seelenpein für ihre Fans bedeuten könnten. Als Fan des betreffenden Buches rate ich also zu Abstand. Des weiteren liegt es mir fern Autoren als Person zu beleidigen oder deren Leistung ein Buch zu veröffendlichen zu verunglimpfen. Meine, zugegeben scharfe Kritik richtet sich lediglich an Handlung, Charaktere und Plot eines Buches. Nehmt mich also wie die goldene Himbeere nicht all zu ernst)

Seit mein Freund und ich uns the Walking Dead angeschaut haben und ich Operation Zombie erneut gelesen habe, ist bei mir das Zombie-Fieber ausgebrochen. Die Apokalypse aus Sicht einer bloggenden Buchhändlerin zu erleben klang daher für mich mehr als reizvoll. Ich freute mich also auf ein spannend düsteren Roman. Ich mein es sind Zombies. Was kann da spannungstechnisch schon schief gehen? Leider eine ganze Menge wie ich feststellen musst.

Zombies aus dem Nichts
Aber alles von Anfang an. Unsere Heldin ist die Buchhändlerin Allison Hewitt, die aus dem Nichts von der Zombieapokalypse mitten bei der Arbeit überrascht wird. "Wie aus dem Nichts?", fragt ihr euch. Eine ganze Horde sabbernder Zombies taucht doch nicht einfach so auf, ohne dass jemand was bemerkt. Doch bei Frau Roux schon.
Die Zombies sind einfach auf einmal da. Es gab keine Berichte im Fernsehen, nicht mal Gerüchte oder Klatsch über rätselhafte Patienten oder Mordfälle. Alle gehen friedlich ihrer Arbeit nach und werden mitten im Dienst von Millionen Zombies überrascht die offenbar einfach aus dem Nichts geploppt sind. Aha.
Eine unzureichende Erklärung woher der Virus (wenn es denn einer ist, denn das wird nämlich auch nicht gesagt) kommen und was passiert ist, liefert das Buch in einem winzig, mikroskopisch kleinem Nebensatz im Epilog.

Terminator Allison macht sie alle platt
Kommen wir aber zurück zu unserer Protagonisten Allison. Kennt ihr eigentlich den Begriff Mary Sue? Der stammt hauptsächlich aus dem Fan-Fiction Bereich und bezeichnet einen Charakter der absolut perfekt, stark, und übermächtig ist (Näheres hier) Allison Hewitt ist eine Mary Sue durch und durch.
Ohne Probleme metzelt sie als untrainierte Buchhändlerin scharenweise Zombies mit einer Notfallaxt um und gerät nicht einmal aus der Puste. Wohlgemerkt so eine Axt wiegt 4-5 Kilo und es braucht einiges an Kraft um einen menschlichen Schädel zu spalten. Anderseits reicht in dem Buch auch schon ein kleiner Schlag mit einem Golfschläger aus um die Zombies umzunieten. Offenbar können Roux' Untote Gehirnerschütterungen erleiden, anders lässt es sich nicht erklären, warum die Zombies gekillt werden, obwohl sie nicht mal eine Delle im Kopf haben.

Bei allen künstlerischen Freiheiten die dem Autor eines Zombieromans zugestanden werden können, sollte man sich doch zu mindestens bei Menschen, Tieren und anderen realen Gegebenheiten an die Grundzüge der Physik halten. Leider ist das Buch durchzogen von solch unsinnigen Gegebenheiten. So verwendet Allison z.B einen Molotow-Cocktails als Splittergranate indem sie Schrauben hinein füllt. Dass Molotow-Cocktails aber überhaupt keine Sprengkraft haben, sondern lediglich die Flasche zerbricht und sich der entzündete Inhalt über das Ziel ergießt, scheint die Autorin nicht zu kratzen.
Oder meine Lieblingsszene: Heldin Allison greift von hinten eine Fanatikerin mit ihrem Laptop Ladekabel an und erdrosselt sie. Soweit so gut, das ist noch realistisch. Allerdings schildert die Autorin wie sich das (isolierte abgerundete) Kabel Zentimeter in den Hals der Armen schneidet und scharenweise Blut hervorquellt. Ist klar.
Hauptsache Frau Roux hat eine fadenscheinige Erklärung wie Super-Buchhändler-Allison es schafft ganze Massen an Zombies, eine komplette fanatische Sekte, sowie eine vollständige gut gerüstete Milizeinheit im Alleingang zu vermöbeln.

Der erste Zombieroman in dem mehr gelabert als gekämpft wird
Das alle hätte ja noch zu zwei Dreiecken geführt, wenn Allisons Charakter nicht ebenso banal und langweilig gewesen wäre. Die Nebencharaktere lassen wir mal ganz außer Acht, denn sie sind nur blasse langweilige Statisten, damit Super-Allison was zu tun hat. Allison selbst ist ein überaus widersprüchlicher Charakter erst plädiert sie darauf jedem zu helfen und in der nächsten Minute hackt sie einem die Füße ab und wirft ihm den Zombies zum Fraß vor, weil er Vorräte gestohlen hat. Und wisst ihr was: Niemanden juckts! Im Gegenteil, alle loben Allison weil sie den bösen, bösen Lebensmitteldieb umgebracht hat. Schlechtes Gewissen hat die Prota daher nur eine halbe Seite lang.

Wäre das alles nicht schon nervtötend genug wird die vermeintliche Aktion auch noch durch eine unglaubwürdige Love Story und ellenlange zähe Passagen unterbrochen, in denen geredet und geredet wird, ohne dass das Gesagte in irgend einer Weise zum Vorankomme der Geschichte beiträgt. Ich schwöre, noch nie hatte ich einen Zombieroman, in dem so viel gelabert wurde.

Das eine Dreieck gibts eigendlich nur für den angenehmen und flüssigen Schreibstil (und weil ich keine null habe). Davon abgesehen ist Sie kommen ein stinklangweiliger Roman mit einer furchtbaren, allmächtigen Heldin und voller abstruser Logikfehler.

Leseratz                    


Kommentare:

  1. "Wow ist dieses Buch scheiße", würde ich denken, wenn ich es noch nicht gelesen hätte :D. Das Schlimme ist, dass du recht hast. Wenn ich mir das so recht überlege, ist das echt alles völlig an den Haaren herbeigezogen - aber der Charakter "bloggende Buchhändlerin" hat mich quasi absolut willig gemacht. Ich hab der Autorin ohne Widerworte alles abgekauft, und wenn ich mich recht erinnere, hatte die Story auch gewissen Witz. Aber ist schon wieder so lang her, dass ich es gelesen hab.

    Aber gute Rezension - deine Schreibe gefällt mir :) (und der Blog auch - ich glaub, ich guck hier mal öfter vorbei).

    Liebe Grüße
    Tanja-Tialda

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    1. Danke ^^
      Jetzt hat Rambo-Allison sogar hypnothische Kräfte, faszinierend xD
      Vielleicht war ich auch so enttäuscht weil ich mit Operation Zombie schon einen echt guten Zombieroman gelesen hab.

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