30. Oktober 2016

Classic Time: Die Reise zum Mittelpunkt der Erde von Jules Verne

Hallo, ihr Lieben, willkommen zu einer neuen Episode von Classic Time.
Ich finde ja Klassiker sind schwer zu rezensieren. Wer bin ich schon, zu sagen Goethes' Faust sei doof, weil ich es nicht mochte, wo es doch eines der größten literarischen Werke unseres Landes ist.
Daher werde ich Klassiker nicht in meiner üblichen Form rezensieren, sondern sie einfach vorstellen und ein bisschen darüber schreiben. Ein bisschen Hintergrund, ein wenig was von der Handlung und natürlich auch was ich gut fand, denn ihr könnt davon ausgehen, dass ich nichts vorstelle, was mir nicht auch gefallen hat.

 Heute geht es um einen meiner absoluten Lieblingsklassiker:
Die Reise zum Mittelpunkt der Erde von Jules Verne
 

Jules Verne ist DER Autor für Abenteuer und Expeditions Romane. Seine Bücher unterhalten sowohl junge Leser als auch Ältere (für die jüngeren gibt es auch Ausgaben mit einer leichteren Sprache).
Und auch für bisherige Klassikermuffel ist Jules Verne ein guter und spannender Einstieg.

Worum geht es?

 

Protagonisten des Buches sind der exzentrische Hamburger Geologe Professor Otto Lidenbrock und sein treuherzige Neffe Axel, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird. Später engagieren sie noch den isländischen Eiderentenjäger Hans und zusammen bestehen die Drei ihre abenteuerliche Reise zum Mittelpunkt der Erde. Wie sie auf diese wahnwitzige Idee kamen? Nunja der Professor hat in einem alten Buch ein Pergament mit geheimnisvollen altisländischen Runen entdeckt und hält sie für ein Überbleibsel vomisländischen Alchemisten Arne Saknussem, der den geheimnisvollen Mittelpunkt der Erde schon gefunden haben soll. Kaum sind die Runen enträtselt  machen sich Professor und der widerwillige Axel auf den Weg.
 

Mein Senf dazu

Die Reise zum Mittelpunkt der Erde ist ein Buch, das sehr detailverliebt ist. Axel spart nicht an geologischen Erklärungen, Fachbegriffen und Beschreibungen. Und obwohl mich endlose Umgebungsbeschreibungen bei den meisten Büchern eigentlich nervt, fand  ich sie hier unterhaltsam. Zusammen mit den wunderschönen Illustrationen von Edouard Riou "reist" man wirklich mit den Drei mit und bestaunt die wundersamen Landschaften, pflanzen und Geschöpfe. Auch das hin und wieder vorkommende Fachvokabular störte mich nicht (ich hab auch eine Ausgabe, in der die komplizierteren in einer Fußnote nochmal erläutert werden)
Ein weiterer toller Aspekt ist es, dass die Reise zum Mittelpunkt natürlich fiktiv, die Reise bis zum Höhleneingang jedoch auf reale Orte beruht. So liegt der Eingang zum Mittelpunkt der Erde z.B im Vulkan Snæfellsjökull in Island. Axel und der Professor reisen von mit Zug und Schiff von Hamburg, über Kopenhagen nach Reykjavík und von dort aus zu Fuß bis zum Vulkan

Snæfellsjökull
Die Reiseroute in Island


 Etwas verwirrend ist in dem Buch lediglich die Meilenangabe. Es wird nämlich leider nicht ersichtlich welche Meile gemeint ist, da zu Jules Verne Zeiten quasi jedes Land eine eigene Meile hatte, die sich in Längen unterscheiden. Ich schwanke zwischen der französischen Meile (da Jules Verne ja Franzose war) und der deutschen Meile (da Professor Lindenbrock ja deutscher ist und er die Meilen immer zählt) Zum Vergleich: die Französische Meile beträgt 4.452,2 m also rund 4,5 km und die deutsche Meile, de zu der Zeit im norddeutschen Bund üblich war betrug 7.500 m also rund 7,5km. Ist schon ein ganz schöner Unterschied. Ich glaube, zwar dass es eher die französische ist, da 20.000 Meilen unter dem Meer mit der Meilenangabe arbeitet, aber sicher bin ich mir nicht und hab leider auch nichts genaueres dazu gefunden.
Wie dem auch sei. Das Abenteuer unter der Erde ist eine spannende und faszinierende Reise die gerade durch die drei charakterstarken Protagonisten so unterhaltsam wird.

 Die Charaktere

Professor Otto Lidenbrock. Der Professor ist ein sehr exzentrischer und eigenwilliger Mensch, der mit Leib und Seele für seine Forschung lebt. Ist er erst einmal der Meinung etwas auf der Spur zu sein, lässt er sich von Nichts und Niemanden
aufhalten und forscht unermüdlich und zielstrebig weiter. Dabei vergisst er auch schon mal Dinge wie Essen, Schlafen oder seine Mitmenschen. Trotz seiner manchmal schroffen Art, hat er ein Herz für seinen Neffen.









Axel. Der Neffe des Professors teilt dessen Leidenschaft für Steine und Mineralien mit ihm, ist aber von ruhigerer, teilweise auch ängstlicher Natur. Er ist eigentlich mit seinem Leben so wie es ist zufrieden, schwärmt für ein Mädchen und hat nicht wirklich Lust auf Abenteuer. Die bevorstehende Expedition hält er für wahnwitzig und fürchtet sich auch vor dem, was kommen mag. Dennoch hängt er sehr an seinem Onkel, sammelt seinen Mut und unterstützt ihn tatenkräftig.
Hans. Hans ist ein Eiderentenjäger aus Island, dem kaum ein Wort über die Lippen kommt. Er ist still und besonnen, aber auch aufmerksam und hat ein ausgeprägtes Pflicht bez. Ehrgefühl. Er redet kaum, ist aber dennoch freundlich. Er macht halt lieber statt zu reden. Auf ihn kann man sich immer verlassen.


Hintergrund zum Buch und Autor

Das Buch erschien erstmals 1864 unter dem Titel Voyage au centre de la terre. Die erste deutschsprachige Ausgabe erschien 1873. Seitdem wurde das Buch in etliche Sprachen übersetzt. Die häufigsten Covermotive sind dabei der Kampf der Dinosaurier und der Pilzwald.


Die Reise und Abenteuer Romane von Vernes trafen in einer Zeit des technischen Fortschritts und der letzten großen Expeditionen den Nerv der Zeit und erfreuten sich daher schon bald sehr großer Beliebtheit. 

Jules Verne wurde am 8. Februar 1828 in der Hafenstadt Nantes (Frankreich) als Sohn eines Anwalts geboren. Nach seinem Schulabschluss studierte er Jura um die Kanzlei des Vaters zu übernehmen. Doch schon zu dieser Zeit gilt seine Leidenschaft dem Schreiben.Zunächst versucht er sich an klassische Genre wie Dramen und Tragödien.                                                                                   1859 und 1861 Machte er seine ersten Schiffsreisen nach Norwegen und Schottland und entdeckte das Reisen und die Seefahrt als Thematik für sich. 1862 lernt er den Jugendbuchverleger Pierre-Jules Hetzel kennen, der sich für die Abenteuer Thematik begeistert und gleich Vernes gerade erst fertig gestellten Roman Cinq semaines en ballon (Fünf Wochen im Ballon) herausbringt und für weitere Romane dieser Art unter Vertrag nimmt. Der Roman wird ein Erfolg und Hetzel verlegt auch Vernes folgende Romane, die die breite Masse fesseln können und ein voller Erfolg werden.

Zeit seines Lebens reiste Jules Verne viel mit Bus, Dampfer und Zug durch Europa und wurde sogar  in den renommierten Londoner Travellers Club aufgenommen, was für einen Nicht-Briten sehr ungewöhnlich war. Auch mit Naturwissenschaftler aller Art unterhält Vernes einen regen Austausch und zieht sie immer wieder zur fachlichen Beratung für seine Romane heran.

Am 24. März 1905 stirbt er schließlich in Armiens.


1 Kommentar:

  1. Ich liebe die Romane von Jule Verne . Leider gehört die Reise zum Mittelpunkt zu den Romanen von ihm die ich noch lesen muss aber ich kenne die Story durch diverse Filme und Comics .

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