22. April 2017

Classic Time: Reise um die Erde in 80 Tagen von Jules Verne

 
Ich freue mich euch zu einer weiteren Episode von Classic Time begrüßen zu dürfen =D

Nachdem dies nun geklärt ist, begeben wir uns diesmal auf eine abenteuerliche Weltreise und zwar mit dem Klassiker von Jules Verne:


Mit „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“habe ich euch ja schon ein Jules Verne Roman vorgestellt, jetzt habe ich einen weiteren Roman von ihn gelesen und kann langsam aber sicher behaupten: Ich bin ein Fan!
Um mal meine Worte aus dem vorherigen Classic Time zu wiederholen: Jules Verne ist DER Autor für Abenteuer und Expeditions Romane. Seine Bücher unterhalten sowohl junge Leser als auch Ältere (für die jüngeren gibt es auch Ausgaben mit einer leichteren Sprache).
Und auch für bisherige Klassikermuffel ist Jules Verne ein guter und spannender Einstieg.

Für alle die bisher noch nichts von dem Autor gelesen haben und sich gerne mal auf Abenteuerreise begeben wollen, empfehle ich mit „Reise um die Erde in 80 tagen“ anzufangen, denn hier gibt es im Gegensatz zu „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ weniger Fach- und Fremdwörter, was den Einstieg in die Sprache wesentlich erleichtert. Hinzu kommt, dass es weniger phantastisch ist und daher auch die weniger Fantasy Begeisterten ansprechen dürfte ;)

Worum geht es?

 
Der eigenwillige Gentlemen Phileas Fogg schließt mit seinen Kollegen aus dem Reformclub Englands eine unmöglich erscheinende Wette ab: er behauptet es sei möglich in 80 Tagen einmal um die Welt zu reisen und wettet ganze 20.00 Pfund darauf. De Wette wird abgeschlossen und ohne viel Federlesen reist er noch am selben Abend ab. Seien Begleitung : ein neu angestellter und lebensfrohe Kammerdiener Passepartout. Was Phileas Fogg nicht weiß: Durch seine plötzliche und übereilte Abreise gerät er in Verdacht der Bankräuber zu sein, der kurz zuvor 55.000 Pfund aus der Bank of England gestohlen hat. Aus diesem Grund heftet sich der engagierte Detektiv Fix an seine Fersen.
Eine abenteuerliche Weltreise beginnt, denn der listige Dedektiv ist nicht das Einzige Hinderniss das Phileas Fogg auf seienm Abenteuer umgehen muss.


Meine Meinung

Welch eine kühne Behauptung. In 80 tagen um die Welt und das ganz ohne Flugzeuge, Autos oder modernen Frachtern. Nein Phileas Frogg verlässt sich auf Eisenbahn und Dampfschiffe und hin und wieder ungewöhnlichere Transportmittel wie Schlitten oder Elefanten.
In der Theorie klingt alles ganz einfach:

Von London nach Suez via Eisenbahn und Postschiff:           7 Tage
Von Suez nach Bombay via Postschiff                                  13 Tage
Von Bombay nach Kalkutta via Eisenbahn                             3 Tage
Von Kalkutta nach Hongkong via Postschiff                        13 Tage
Von Hongkong nach Yokohama via Postschiff                       6 Tage
Von Yokohama nach San Francisco via Postschiff               22 Tage
Von San Francisco nach New York via Eisenbahn                 7 Tage
Von New York nach London via Postschiff und Eisenbahn    9 Tage
                                                                             = insgesamt 80 Tage

Allerdings gab es dann doch das ein oder andere Hindernis, dass unsere Weltreisenden überwinden musste und die letztendliche Route sah so aus:
Bildergebnis für reise um die erde in 80 tagen  route 

Wie schon erwähnt, ist es diesmal leichter unseren Helden zu folgen, da weniger Fach und Fremdwörter benutzt werden. Dafür, dass das Buch im 19. Jahrhundert geschrieben wurde, ist die Sprache sehr angenehm und leicht zu lesen. Das Abenteuer rund um die Weltreise zieht einen schnell in den Bann und man fiebert richtig mit, stöhnt und flucht über jede Verzögerung und freut sich über jeden gewonnen Vorsprung. Besonders zum Ende hin wird es richtig spannend. Selbst für mich, die ich den Ausgang schon aus Filmen kannte war es ungeheuer Nervenaufreibend, ob Phileas Fogg seine Wette schafft oder nicht.

Die Charaktere sind dabei wieder sehr eigenwillig, aber dadurch such sehr interessant und unterhaltsam.
Mein einzige kleiner Wermutstropfen sind die mitunter ausufernden Beschreibungen der Landschaft und vor allem der Streckenverläufe der Eisenbahn. Man merkt, dass Jules Verne selbst begeisterter Reisender per Bahn war, denn mitunter beschreibt er auf gefühlt 10 km genau den Streckenverlauf der Eisenbahn. Gut, diese Abschitte ließen sich leicht überfliegen und so wurde mein Leseerlebnis nur minimal getrübt =)

Die Charaktere

 

Phileas Fogg 
Diesen englischen Gentlemen kann man nicht anders als exzentrisch beschreiben. Er hat strenge Prinzipien und einen minutiös durchgeplanten Tagesablauf. Sein letzter Diene musste er leider entlassen, da er das Rasie
rwasser zwei Fahrenheit zu warm gebracht hat. Er ist immer pünktlich, akkurat und sagt und tut nie mehr als nötig Er ist der Inbegriff der Effizienz. Trotzdem steckt tief unter der Maske eiserner Ruhe ein edelmütiges und weiches Herz.








 
Passepartout
Der Franzose Passepartout ist eigentlich alles, was sein Herr nicht ist: Lebensfroh, Neugierig und redselig. Er hat ein treues Herz, wenn er auch manchmal etwas gutgläubig ist. Hat er sich erst einmal für etwas entschieden arbeitet er unermüdlich und mit tiefer Leidenschaft dafür. Dabei mangelt es ihm auch nicht an Mut und Tapferkeit.









Agent Fix
Dieser energische Agent der englischen Polizei ist der fortwährende Gegner von Foggs Unternehmung und auch wenn er diesem stetig Steine in den Weg legt, kann man ihm irgendwie nicht richtig böse sein. Das liegt daran, dass Fix zwar übereilt und fehlgeleitet handelt, aber doch aus einer tiefen ehrbaren Überzeugung heraus. Er mag voreilig handeln, und manchmal etwas hinterhältig sein, aber er tut es aus seinem tiefen Glauben an Gerechtigkeit und Ehrbarkeit heraus.







 
Alles in Allem kann ich sagen, dass mich auch dieser Jules Verne Roman begeistern konnte und ich die abenteuerliche und stellenweise euch witzige Weltreise sehr genossen habe.



Der Roman erschien erstmal am 30. Januar 1873 unter dem französischen Titel Le Tour du monde en quatre-vingts jours und wurde seitdem in etliche Sprachen übersetzt:

 

Wisst ihr was mir bei der Coversuche aufgefallen ist: Dass extrem viele Cover, sowohl bei deutschen, als auch bei anders sprachigen Ausgaben ein Heißluftballon auf dem Cover ist. Gefühlt die Hälfte aller Cover zu diesem Buch haben Heißluftballone drauf. Hie rnur mal ein paar Beispiele:




Und wisst ihr was: Phileas Fogg ist nie mit einem solchen geflogen!!! Im gesamten Buch hebt er kein einziges mal ab. Nie! Erst in der Verflimung von 1956 wurde eine solche Ballonfahrt frei hinzugefügt. Aber offenbar war das so prägend, dass fortan die Hälfte aller Buchcover ein Ballon ziert, obwohl dieser kein einziges mal im Buch vorkommt.
 

 Zu Jules Verne


Jules Verne wurde am 8. Februar 1828 in der Hafenstadt Nantes (Frankreich) als Sohn eines Anwalts geboren. Nach seinem Schulabschluss studierte er Jura um die Kanzlei des Vaters zu übernehmen. Doch schon zu dieser Zeit gilt seine Leidenschaft dem Schreiben.Zunächst versucht er sich an klassische Genre wie Dramen und Tragödien. 

1859 und 1861 Machte er seine ersten Schiffsreisen nach Norwegen und Schottland und entdeckte das Reisen und die Seefahrt als Thematik für sich. 1862 lernt er den Jugendbuchverleger Pierre-Jules Hetzel kennen, der sich für die Abenteuer Thematik begeistert und gleich Vernes gerade erst fertig gestellten Roman Cinq semaines en ballon (Fünf Wochen im Ballon) herausbringt und für weitere Romane dieser Art unter Vertrag nimmt. Der Roman wird ein Erfolg und Hetzel verlegt auch Vernes folgende Romane, die die breite Masse fesseln können und ein voller Erfolg werden.
Zeit seines Lebens reiste Jules Verne viel mit Bus, Dampfer und Zug durch Europa und wurde sogar  in den renommierten Londoner Travellers Club aufgenommen, was für einen Nicht-Briten sehr ungewöhnlich war. Auch mit Naturwissenschaftler aller Art unterhält Vernes einen regen Austausch und zieht sie immer wieder zur fachlichen Beratung für seine Romane heran.
Am 24. März 1905 stirbt er schließlich in Armiens.




Kommentare:

  1. Ahoy Sandra,

    das ist eine schöne Idee, Klassiker etwas anders vorzustellen!
    Da es ja vor Kurzem diese wundervolle Fischer-Neuauflage gab, habe auch ich mich an die Reise rangewagt und sie recht gefunden - momentan höre ich ja so Hörbuch (Krypteria) und die sind voller Jules Vernes Adaptionen und Hinweise, sehr cool!

    Die Cover, hmmm... so viele schöne bei, aber jetzt wo du es sagst... lustig, dass der Ballon nie vorkommt xD

    LG, Mary <3
    https://marys-buecherwelten.blogspot.de/2016/09/reise-um-die-erde-in-80-tagen.html

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Stimmt die Fischer Neuaufage ist für mich auch einer der schönsten (*hust obwohl auch da ein Ballon drauf ist xD) Ich hab die von Nikol. Der Verlag hat alle Jules Verne Bücher rausgebracht, auch die weniger ebkannten. Die Bücher sind zwar von der Aufmachung her etwas schlichter, aber beinhalten die Illustrationen der franz. Erstausgabe ♥

      Löschen
  2. Schöne Vorstellung! Kommt mir auch sehr gelegen, weil ich gerade überlegt habe, welchen Klassiker ich als nächstes lesen könnte und jetzt wird meine Wahl wohl auf diesen fallen. Das mit dem Heißluftballon ist echt interessant, damit hätte ich das Buch nämlich auch assoziiert. Schon krass, wie sehr man sich von der Verfilmung beeinflussen lässt (ohne sie auch nur gesehen zu haben) :D

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Wenn ich andere für tolle Klassiker begeistern kann, dann ist mein Job erledigt =D
      Ging mir zunächst auch so, weshalb ich bis zur letzten Seite darauf gewartet habe, dass sie endlich damit fliegen xDD Du kanst dir meine Verwirrung vorstellen, als sie es nicht taten. Ich dachte schon vollkommen entsetzt, dass mein buch eine gekürzte Fassung wäre XDD

      Löschen
    2. Das kann ich verstehen, ich hätte mich auch gewundert. Aber dann bin ich ja jetzt darauf vorbereitet :D

      Löschen