30. November 2017

[Rezension] Die Dominium Saga: Die Eiskriegerin - Licia Troisi

(Folgene Links kennzeichne ich Gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung) 
https://www.randomhouse.de/Paperback/Die-Eiskriegerin/Licia-Troisi/Heyne/e526395.rhd  https://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/EAN978-3-453-31899-1/  https://www.amazon.de/gp/product/3453318994/ref=as_li_qf_sp_asin_il_tl?ie=UTF8&tag=sognatrice-21&camp=1638&creative=6742&linkCode=as2&creativeASIN=3453318994&linkId=5a0ecfc30d6f5989de39903a67029d32

 (Verlagstext)
An ihrem achten Geburtstag endet die Kindheit der kleinen Myra auf tragische Weise: Ihr Zuhause wird von vermummten Männern überfallen, ihr über alles geliebter Adoptivvater Fadi, wird getötet, Myra selbst gelingt in letzter Sekunde die Flucht in die eisigen Wälder Biaswads im Süden des Tränenreiches. Zehn Jahre später ist aus dem kleinen Mädchen eine starke Kriegerin geworden, die mit ihren beiden brennenden Klingen an der Seite des mächtigen Acrab für Frieden und Freiheit kämpft. Doch dann wird Myra von ihrer Vergangenheit eingeholt. Warum musste Fadi wirklich sterben? Und was weiß Acrab über den Tod ihres Vaters? Auf der Suche nach der Wahrheit stößt Myra auf Geheimnisse, die das ganze Reich in seinen Grundfesten erschüttern könnten ...


Es gewinnt das deutsche Cover, wenn auch mit nur kleinem Vorsprung. Irgendwo habe ich es zwar schon mal erwähnt, aber ich sage es gerne wieder: Ich steh auf gezeichnete Illustrationen bei Fantasybüchern.  Sie bieten einfach vielfältigere Möglichkeiten die Fantasyelemente darzustellen und Myra sieht hier mit ihrem Flammenschwert ziemlich episch aus. Mich stört nur, dass die Augen nicht rot sind und das Schwert von der Form nicht so ist wie beschrieben. Letzteres lässt sich verschmerzen, da das Bild bereits vor 3 Jahren von dem Künstler gezeichnet wurde und nicht extra für das Buch. Allerdings hat die Originalversion braune Haare und einen roten Schal, daher ist es mir schleierhaft, warum man nicht auch die Augen hätte einfärben können, so wie man offensichtlich mit Haare und Kleidung gemacht hat.
Das original wirkt auf den ersten Moment schlichter, stellt aber immerhin die Protagonistin richtig dar. Und dann dreht man es um und Boom ist da dieser wunderschöne Eisdrache. Hier ist die Rückseite des Buches definitiv spektakulärer als die Vorderseite.

Beim Namen Licia Troisi werde ich immer etwas nostalgisch. Immerhin war ihre Schattenkämpferin reihe eine der ersten Fantasytrilogien die ich gelesen hatte. Später folgten die Drachenkämpferin und die Feuerkämpferin. Ihre Saga der aufgetauchten Welt war für mich der beginn einer fortwährenden Liebe zur Fanatsyliteratur. Daher war ich sehr erfreut etwas Neues von ihr zu lesen, aber auch skeptisch. Als ich ihre anderen Werke las war ich 12. Konnte sie mich auch jetzt, 10 Jahre später überzeugen?

 

Licia Troisi hat ein Händchen für starke Protagonistinnen und das beweist sie auch wieder mit „Die Eiskriegerin“.  Protagonistin Myra musste mit acht Jahren mitansehen, wie ihr Ziehvater brutal ermordet wird. Zehn Jahre später hat sie scheinbar ein kriegerisches, aber ganz gutes Leben and der Seite des idealistischen Heerführer Acrab, dem sie nahezu verehrt. Doch eine Begegnung mit einem Fremden aus ihrer alten Heimat reißt alte Wunden auf und die Frage, wer die Mörder ihres Vaters sind, treibt Myra quer durch das ganze Land auf die Suche nach Antworten und Rache.

Soweit, so gut. Myra ist eine kampferprobte, starke junge Frau die scheinbar immer Herr der Lage ist. Doch unter der Oberfläche brodelt es. Sie hat den Tod ihres Ziehvaters nicht überwunden und ist getrieben von der Ungewissheit und der Suche nach Vergeltung. Dieser Schmerz und die Gesetztheit von Myra werden eindringlich und überzeugend geschildert. Hinzu kommt der innere Konflikt, da Myra auf der einen Seite Antworten suchen will, aber auf der anderen Seite bei Acrab bleiben möchte. Auch diese Zerrissenheit setzt ihr zu. All diese Konflikte lassen Myra sehr authentisch wirken.
Unter ihrer ruppigen Art verbirgt sich doch noch ein verletztes aber gutmütiges Herz und es ist als Leser wunderbar mitanzusehen, wie ihr Eispanzer ganz langsam schmilzt. Dafür sind auch die Nebencharaktere Kyllen und Marjane mit verantwortlich. Beide weisen individuelle und symphytische Charakterzüge auf, die zwar in der Fantasywelt relativ häufig anzutreffen sind, aber dennoch sind die beiden so liebenswert auf ihr jeweilige Art, dass ich sie schnell ins Herz schloss. Besonders gut gefallen hat mir, wie sie mit Myra agieren. Die Gruppendynamik ist hier einfach toll.
Besonders gut gefallen hat mir die Entwicklung zwischen Myra und Kyllen. Alles sehr subtil und vorsichtig, aber das macht es nur umso besser.
 

 Bei diesen tollen Charakteren, machte mir die Handlung auch umso mehr Spaß. Was dieses Buch von anderen Büchern unterscheidet ist die Vielzahl an Zeitsprüngen die benutzt werden. Normalerweise führt das meistens mehr zu Verwirrungen, als dass es die Handlung wirklich interessanter gestaltet. Licia Troisi gelingt es jedoch die vielen Zeitspringen wirklich geschickt und interessant zu gestalten, sodass man als Leser mit jedem Zeitsprung neue Informationen erhält und das ganze Buch wie ein Puzzle ist, dass man Stück für Stück zusammensetzt. Hilfreich ist es natürlich auch, dass vor einem Zeitsprung steht ein Hinweis auf die Zeit und je nach Bedarf auch ein Hinweis auf den Ort steht.

Insgesamt lässt sich zur Handlung sagen, dass sie zwar nicht rasend schnell voranschreitet, mir aber zu keinem Zeitpunkt langweilig war. Für das bessere Verständnis sorgt auch eine Karte, die bei den ganzen reisen wirklich dringend nötig war. Hinzu kommt noch ein Glossar mit Personen und begriffen. Wobei die Begriffe, wenn sie vorkommen eigentlich alle gut erläutert wurden, sodass ich persönlich das Glossar nicht brauchte, aber trotzdem schön, dass daran gedacht wurde.


Bei all dem bisherige Lob, war das Buch aber an einigen Stellen auch nicht ganz rund.. Was mir nämlich nicht so gefallen hat, waren die zahlreichen etwas ungenauen oder für mich nicht nachvollziehbaren Beschreibungen von Kampfszenen und Anderem. An vielen Stellen wurde zwar beschrieben, was Der- oder Diejenige tut, aber den Beschreibungen fehlte das „Wie genau“, sodass ich es mir nicht vorstellen konnte. Auch bei den technischen Erfindungen von Acrab hatte ich absolut keinen Plan, wie ich die mir vorzustellen hatte. Da wären etwas genauere Erläuterungen schön gewesen. An manchen Stellen kamen mir gewisse Kämpfe und Handlungen auch physikalisch und physisch gesehen etwas unrealistisch vor.
Das sind zwar alles nur Kleinigkeiten, keine gravierenden Logikfehler, doch gerade die fehlende Möglichkeit zur inneren Visualisierungen unterbrachen hin und wieder meinen Lesefluss.

 
 Zwar gab es gerade bei den Kampfszenen die ein oder andere Ungenauigkeit, doch dank der authentischen Protagonistin, einer tollen Gruppendynamik und der interessanten Handlung, konnte mich das Buch wunderbar unterhalten.


https://www.randomhouse.de/Verlag/Heyne/30000.rhd

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