20. Dezember 2017

[Rezension] Die dreizehnte Fee: Erwachen - Julia Adrian

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(Klapptext)
Ich bin nicht Schneewittchen.
Ich bin die böse Königin.

Für tausend Jahre schlief die Dreizehnte Fee den Dornröschenschlaf, jetzt ist sie wach und sinnt auf Rache. Eine tödliche Jagd beginnt, die nur einer überleben kann. Gemeinsam mit dem geheimnisvollen Hexenjäger erkundet sie eine Welt, die ihr fremd geworden ist. Und sie lernt, dass es mehr gibt als den Wunsch nach Vergeltung.

»Kennst du das Märchen von Hänsel und Gretel?«, frage ich flüsternd.
Er braucht mir nicht zu antworten, er weiß, dass nicht alle Märchen wahr sind. Nicht ganz zumindest.
Es gibt keine Happy Ends, es gab sie nie. Für keine von uns.


Düster, geheimnisvoll und ein Hauch romantisch. Wie das Buch, so das Cover. Die Brombeeren nehmen Bezug zur Handlung und allgemein wirkt das Cover sehr märchenhaft, was ja passend für eine Märchenadaption ist =)
Ein großes Lob auch an die Innengestaltung. Auf jeder Seite finden sich die Brombeeren wieder und es gibt sogar einige düstere aber wunderschöne Illustrationen.

Die Idee mal die Antagonisten der klassischen Märchen zu Wort kommen zu lassen, ist spätestens seit Disneys Maleficent immer populärer geworden. Auch ich finde den Ansatz auch mal die Bösen kennen zu lernen überaus reizvoll und war gespannt was die dreizehnte Fee für mich bereithielt.


Bevor ich irgendwas über die Handlung oder die Charaktere sage, möchte ich ein Paar Worte zum Schreib- und Erzählstil loswerden. Dieser ist nämlich sehr düster und bildhaft, an manchen Stellen geradezu poetisch, dennoch ist er nicht zu ausufernd oder zu überladen. Der Stil unterstütz hervorragend die unheilvolle und leicht melancholische Stimmung des Buches.


Wie bereits erwähnt, passt der Stil ganz wunderbar zu dem Buch, denn auch dieses ist düster, bedrückend und an vielen Stellen auch nachdenklich. Unsere Protagonistin ist die dreizehnte Fee oder Hexe wie sie heute nach ihrem Jahrtausendschlaf genannt wird. Einst beherrschte sie ganz Pandora und scherte sich wenig um einzelne Menschen oder überhaupt andere Wesen. Sie und ihre Schwestern hatten die Macht und die Menschen litten unter ihrer Willkür. Doch ganz so einfach ist es dann doch nicht, denn erst die Angst und Grausamkeiten der Menschen trieben die Feenkinder zur unheilvollen Feenmutter, die ihnen erst alle Grausamkeiten beibrachte. 

Wer hat also Schuld? Wer ist der gute und wer der Böse in dieser Geschichte? Genau das ist eben nicht so leicht zu beantworten und die Frage: „Was ist gut, was ist böse?“, ist das zentrale Motiv, der rote Faden in der Geschichte. Dieser, schon fast als philosophisch zu bezeichnender Ansatz hat mir außerordentlich gut gefallen, denn dadurch hatten auch die Charaktere, allen voran die Protagonistin, eine für ein 200 Seiten Buch ungewöhnliche Tiefe. Auf der einen Seit ist sie die emphatische Fee, die darum kämpf zu erfahren was Liebe ist, auf der anderen Seite ist sie immer noch die grausame Königin die auf Vergeltung sinnt und in ihren Strafen keine Gnade zeigt. Es schlagen zwei Herzen in der Brust der Protagonistin, die beide immer wieder zu Tage treten und den Charakter damit sehr komplex machen.


Doch nicht nur die Charaktere sind düster und komplex, auch die Märchenwelt, die Adrian erschafft, hat wenig mit den verträumten Kindergeschichten gemein, sondern ähnelt vielmehr der ursprünglichen, weitaus grausigeren Fassung der grimmschen Märchen. Es hat mich völlig fasziniert die vielen verschiedenen Märchenfiguren in ihren abgewandelten Erscheinungsbildern zu entdecken. Ursprünglich dachte ich ja, das Buch sei eine Adaption von Dornröschen allein, aber es treten zahlreiche bekannte Figuren, wie Hänsel und Gretel, die Schneekönigin oder Schneewittchen auf. Ich brannte immer darauf zu erfahren welche Märchenfigur die nächste Fee auf gespenstige und grausige Art und Wise verkörpert und bin schon ziemlich gespannt, welche Figuren ich noch in den Folgebänden entdecken werde.
Ebenso zeigt sich selbst in der zunächst am grausamsten erscheinenden Fee bez. hexe wieder der Zwist zwischen „Hat unaussprechliche Dinge getan“ und „Ist in diese Rolle getrieben worden“ und wieder lassen sich Opfer und Täter nicht klar voneinander trennen.

Was mich auch überrascht hat, ist die Schonungslosigkeit der Ereignisse. Es gab ein paar Wendungen, die ich so nicht erwartet hatte. Verluste, die ich nicht vermutet hätte. Wo sonst in den meisten Büchern Rettung in letzter Sekunde naht, wo der Held gerade noch rechtzeitig denjenigen in Not rettet, nimmt das Schicksal hier gnadenlos seinen Lauf und zeigt immer wieder deutlich: Es gibt keine Happy Ends.

Dieses Buch überraschte mich mit einer sehr düsteren Adaption der bekannten Märchen und sehr komplexen Charakteren. Es geht um Liebe, Hass, Schuld und Verantwortung und all dies wird mit einer bildhaften schönen Sprache erzählt. Alles was ich bemängeln kann ist, dass es zu kurz war.

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