27. März 2018

[Rezension: Play to live: gefangen im Perma-Effekt - Dmitry Rus

 (Folgene Links kennzeichne ich Gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung)
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(Verlagstext)
Russland in der nahen Zukunft. Die Spieleindustrie hat immer neue Möglichkeiten erschaffen, sich mit allen Sinnen der virtuellen Realität hinzugeben. Doch für Max, einen jungen Mann in Moskau, heißt Wirklichkeit auf einmal: Krebs, im Endstadium. Ein Schicksal, auf das Max so gar keine Lust hat. Und so klinkt er sich in das Online-Rollenspiel AlterWorld ein, um dort mittels des Perma-Effekts weiterzuleben. Für immer gefangen in einer digitalen Parallelwelt - denn wer seine Ewigkeit hier verbringen will, muss sich hochleveln und Verbündete finden ... Das Abenteuer beginnt!

Hier geht für mich der Sieg an das deutsche Cover. Das original russische stellt ziemlich genau da, worum es geht: um ein MMORPG sprich ein Online Rollenspiel, aber das deutsche gefällt mir vom ästhetischen einfach besser. Besonders der Dunkelelf oben sieht sehr episch aus und haargenau so, wie ich mir Max Spielcharakter vorstelle. Nur was die kleine Figur da unten soll ist mir schleierhaft. Pistolen kommen in der Fantasywelt nicht vor und überhaupt passt er gar nicht zum Buch. 

Gaming ist mein zweites Hobby und auch wenn ich heute Solo Spiele bevorzuge, gab es doch eine Zeit n der ich einige MMORPGs wie Shaiya oder Grand Fanatsia gespielt habe. Umso neugieriger war ich auf dieses Buch. 

Du bist, was du spielst

Wenn du dir eine Spielewelt aussuchen könntest, in der du für immer eintauchen könntest, welche wäre das? Ich persönlich würde wahrscheinlich Pokemon nehmen, denn wer würde nicht gerne die knuddeligen Monster als Freunde haben? Doch auch die zahllosen Online Rollenspiele mit ihren herrlich gestaltenden Fantasywelten haben durchaus ihren Reiz. Ganz Genau sieht es auch Max, der die schockierende Nachricht bekommt, dass er nur noch ein paar Wochen, allenfalls ein paar Monate zu leben hat. Doch dann erfährt er vom sogenannten Perma-Effekt. Seit hyperrealistische Virtual Reality in der Gamingwelt zum Alltag geworden ist passiert es immer häufiger, dass Menschen im Spiel feststecken, quasi digitalisiert werden. Um den Tod zu entgehen loggt Max sich also in die Fantasywelt von AlterWorld ein und versucht gezielt in den Perma-Modus zu gelangen.

Dabei zeigt sich schnell, dass Max ein sehr erfahrender Spieler ist und gerne auch mal ungewöhnliche Wege geht, was ihn mir sehr sympathisch machte. Bei der Erstellung seines Charakters ignoriert er die Warnmeldung und erstellt prompt einen Anhänger des gefallenen Gotts mitten in der Schadt des Lichts. Hinzu kommt, dass er es sich immer genau überlegt welche Skills er leveln will und wie er fortgehen möchte. Alle sin allem spricht aus jeder seine Handlung Progamer. Er findet sich bestens in der wunderschön beschriebenen Welt von Alter Word zurecht.

Ein neues Genre: LitRPG


Was kann man nun von diesem Buch erwarten? Ein Spiel, dass eher eine Rahmenhandlung für andere Erzählstränge ist? Eher weniger. In diesem Buch werden die Spielmechaniken eines klassischen MMORPG ziemlich genau wiedergegeben. Das fängt schon dabei an, dass man ganz genau geschildert bekommt, welche neuen Fähigkeiten (Skill) May alias Laith erlernt, wie er seine Talentpunkte einsetzt und welche Werte seien Ausrüstung und Waffen haben. Im Grunde ist es ein als ob man selbst ein Rollenspiel spielt, nur dass man es eben liest und während diese Art von Roman in Deutschland noch weniger bekannt ist, gibt es in Russland einen wachsenden Markt dafür und von dort stammt auch die neue Genrebezeichnung: LitRPG.

Als Spielerin fand ich diesen Roman wirklich sehr gut. Ich fand es toll wie detailliert und realistisch die ganzen Spielmechaniken geschildert wurden. Man merkt sofort, dass auch der Autor schon einige Stunden in diversen Spielewelten verbracht haben muss. Ich habe mich wirklich gefühlt, als würde ich selbst eine Runde Alter-World spielen, das war klasse. Allerdings muss ich zugeben, dass dieses Buch wohl nicht jedermanns Sache ist. Es empfiehlt sich bestenfalls etwas Erfahrung mit online Games oder zu mindestens einiges an Interesse an dem Metier mitzubringen, sonst ist man schnell von den ganzen Werteanalysen und Kampfboni Rechnungen gelangweilt. Auch fällt die Gamersprache einem dann leichter, denn es gibt zwar ein Glossar dafür, aber ganz ohne Vorkenntnisse müsste man schon ganz viel blättern. Für jeden Gamer und die, die es werden wollen ist dieses buch aber ein Fest für die Spielersinne.

Laith der Überflieger-Elf

Der einzige Kritikpunkt, den ich persönlich an diesem Buch habe ist, das Max ziemlich viel zufliegt. Klar er ist ein pro Gamer, aber trotzdem hat er verdammt viel Glück. An vielen Stellen, auch bei den Kämpfen, ging mir alles ein wenig zu glatt. Es gibt keine wirklich echten Herausforderungen bez.  hat Max alias Laith teilweise schon unverschämtes Glück. Dort findet er einen Geheimquest, da einen seltenen Gegenstand. Das hat zwar meine Lesefreude nur einen minimalen Dämpfer verpasst, aber ich hoffe, dass in den Folgebänden noch größere Herausforderungen warten.


Ich persönlich fand dieses Buch, bis auf die Tatsache, dass Manches zu glatt ging, großartig und hätte 5/6 vergeben. Objektiv betrachtet glaube ich aber, dass die tiefgreifende Schilderungen der Spielmechaniken und detaillierten Beschreibungen des Farmen und Levelns mit Auflistung aller dazugehören Kampfboni, Buffs und Ausrüstungswerte, für manche etwas zu viel ist, weswegen ich am Ende auf sehr gute 4 von 6 komme.  Jeder Gamerseele (und die, die es werden wollen) lege ich dieses Buch aber mit einer großen Leseempfehlung ans Herz. 


https://www.randomhouse.de/Verlag/Heyne/30000.rhd

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Kommentare:

  1. Ich habe auch überlegt, ob ich das Buch lesen soll, mich dann aber dagegen entschieden, als ich gesehen habe, dass es aus dem Englischen und nicht aus dem Russischen übersetzt worden ist. Mir gefällt das Originalcover etwas besser, das spricht sicher auch genau die richtige Zielgruppe an. Nach Deiner Rezi behalte ich das Buch trotzdem mal Gedächtnis, vielleicht läuft es mir mal irgendwo über den Weg. :)

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    1. Huhu =)
      Da ich die russsische Ausagbe nicht gelesen ahbe (und es auch nicht könnte) kann ich natürlich nichts genauses dazu sagen, aber ich empfand die Übersetzung als flüssig und denke, dass nicht viel verloren gegangen ist, vor allem da die humorvollen Stellen z.B mehr auf Situationskomik als auf Dialogskomik bauen und es daher nicht so viele Probleme mit Wortwitzen geben dürfte.

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