20. April 2018

[Rezension] Die Schiffe der Waidami - Klara Chilla

(Folgene Links kennzeichne ich Gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung)
https://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/die_schiffe_der_waidami/klara_chilla/EAN9783738017557/ID41966698.html  https://www.amazon.de/Die-Schiffe-Waidami-Klara-Chilla/dp/1519407874/ref=tmm_pap_swatch_0?_encoding=UTF8&qid=&sr=

(Inhaltstext, aus spoilergründen gekürzt)
Als Kind vom Inselvolk der Waidami entführt, ist Captain Jess Morgan zu einem Leben als Pirat gezwungen. Über eine Tätowierung ist er auf magische Weise mit seinem Schiff verbunden und teilt mehr mit der Monsoon Treasure, als nur seine Verletzungen. Doch dem Drang nach Freiheit folgend, will er sich von den Waidami lösen, die dadurch ihre uneingeschränkte Macht über die Karibik in Gefahr sehen. Sie senden eine Spionin aus, die widerwillig als Navigatorin an Bord der Monsoon Treasure geht. Schon bald muss sie erkennen, dass die Männer nicht ihren Vorstellungen von blutrünstigen Piraten entsprechen. 

Einzeln betrachtet gefallen mir die einzelnen Elemente des Covers ganz gut, besonders die Karte. Zusammen fehlt aber irgendwie das verbindende Element. Dazu kommt, dass die Auflösung für den Druck nicht so gut ist und es daher verschwommen und etwas unprofessionell aussieht. Von der Grundidee ist es aber ganz nett.

Auf ins Piratenabenteuer. Wer mich kennt weiß vielleicht, dass ich Wüsten und Piraten/Meer Settings in der Fantasywelt am liebsten mag. Daher stand dieses Buch schon eine Weile auf meiner Wunschliste und jetzt bei der Leserunde hatte ich das Glück ein Buch zu ergattern

Historischer Roman trifft auf Fantasy

Clara Chilla entführt uns in die Karibik zur Blütezeit der Piraterie. Was mich ziemlich am Anfang überrascht hat ist, dass es sich abgesehen von den fantastischen Elementen rund um die Waidami um ein reales historisches Setting handelt. Das Buch ist also eine Genremix aus historischem Roman und Fantasyroman und diese Kombi gelingt der Autorin wirklich gut. Die Schilderungen der Karibik, zusammen mit dem Seglerjargon liefern ein authentisches Bild der Karibik des 17. Jahrhunderts in dem die magischen Elemente gekonnt verwoben sind.

Captain Jess Morgan: Ein Charakter mit Ecken und Kanten

Eine weitere Überraschung am Anfang war für mich die Skrupellosigkeit die Captain Jess Morgan zunächst an den Tag legte. Mag Fluch der Karibik vielleicht daran Schuld sein, aber ich hänge an dem romantisierten Bild des abenteuerlustigen Piraten mit gewissem Ehrgefühl. Jess entsprach diesem Bild zunächst nicht. Glücklicherweise macht er eine gewisse Entwicklung durch, wie und warum genau verrate ich natürlich nicht, aber so viel sei gesagt: Ich finde es gut, dass es eine schrittweise Entwicklung ist und er bis zum Schluss ein Charakter mit Ecken, Kanten und auch Fehler bleibt, die ihn einfach authentischer erscheinen lassen.
Selbige gilt auch für Lanea. Auch sie hat ihre Fehler und ich persönlich bin nicht mit jeder ihrer Entscheidungen konform gegangen, aber sie ist gut und schlüssig ausgearbeitet und das ist, was für mich zählt.

Die zweite Hälfte toppt die Erste

Ein gelungenes Setting und interessante Charaktere haben wir also schon. Auch die Idee rund um die Verbundenheit zwischen Kapitän und sein Schiff war sehr faszinierend. Doch ein zwei Mängel bei der Ausführung führten dann dazu, dass es statt überragende 6, „nur“ sehr gute 4 Dreiecke wird.
Es liegt vor allem an der ersten Hälfte des Buches. Zum einen irritierten mich die sehr schnell erfolgten Perspektivenwechsel.  Ich habe nichts gegen viele Perspektiven, wenn sie wesentlich für die Handlung sind, was sie in diesem Fall auch alle waren, aber der Wechsel von der einen zur anderen war mir oft zu abrupt. Manchmal war man nur eine und eine halbe Seite an der Seite eines Charakters, bevor man sprichwörtlich zum nächsten geschleudert wurde. Zum anderen hatte ich manchmal das Gefühl ein bisschen den Fokus aufs Wesentliche, auf die große Haupthandlung zu verlieren. Beide Kritikpunkte besserten sich deutlich in der zweiten Hälfte des Buches, die ich dadurch als spannender, strukturierter empfand.
Das Ende war dann ein gelungener Höhepunkt, der einen neugierig machenden Hinweis auf den zweiten Band gibt, ohne aber ein allzu nervenaufreibender Cliffhanger zu sein.


Die Schiffe der Waidami ist trotz kleinerer zu verschmerzende Mängel ein gelungenes Debüt, dass jede Landratte mit auf ein magisches Piratenabenteuer in die Karibik nimmt.

Vielen lieben Dank an Klara Chilla, dass sie uns die Bücher für die Lovelybooks Leserunde zur Verfügung gestellt hat.

Mary's Bücherwelten: 5/5
Bücherjunkie: 5/5              



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