12. November 2018

[Rezension] Das Mädchen aus Feuer & Sturm - Renée Ahdieh

Weitere Infos zum Buch:
 
ISBN: 978-3-8466-0069-6
Übersetzer/in: Martina M. Oepping
Ersterscheinung (D): 28.09.2018
Genre: Jugendbuch, Romantasy



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(Verlagstext)
Mariko ist die Tochter eines mächtigen Samurai und kennt ihren Platz im Leben. So klug und erfinderisch sie auch sein mag – über ihre Zukunft entscheiden andere. Als sie erfährt, dass sie den Sohn des Kaisers heiraten soll, nimmt sie ihr Schicksal hin. Doch auf dem Weg zu ihrer Hochzeit entkommt sie nur knapp einem blutigen Überfall – und nutzt ihre Chance, die Freiheit zu kosten: Als Junge verkleidet schmuggelt sie sich unter die Banditen und lernt eine ganz neue Welt kennen. Und sie verliert ihr Herz … ausgerechnet an den Feind.



 
Mir fehlen die Worte. Das Original Cover ist so schön und das deutsche … nicht. Ich sage es ehrlich: Ich finde es absolut scheußlich, grässlich und grauenvoll. In dem Buch geht es um eine kluge starke Protagonistin die in einer Männer dominierten Welt versucht ihren Platz zu finden und sich zu behaupten und dann kommen die Coverdesigner mit diesem rosa Albtraum? Mit dem Ballkleid Klischee? Wer immer dieses Cover designt hat, hat offenbar nicht mal den Klapptext gelesen, anders kann ich es mir nicht erklären. Dieses Cover ist eine Zumutung! Allein jetzt wo ich das hier schreibe, steigt mein Blutdruck schon wieder ist unermessliche, so empört bin ich, dass eine starke Geschichte in solch ein hässliches Klischeecover gehüllt wurde.

Auf dieses Buch habe ich mich dieses Jahr besonders gefreut, denn mit Zorn und Morgenröte hat Renée Ahdieh eines meiner absoluten Lieblingsbücher geschaffen. Klar wollte ich daher unbedingt auch diese neue Schöpfung aus ihrer Feder lesen.

Abenteuer im feudalen Japan
Nachdem die Autorin uns bereits in eine Wellt aus 1001 Nacht entführt hatte, geht ist nun in diesem Auftakt nicht minder exotisch zu. Das Buch spielt im dem Kaiserreich Wan, was vom feudalen Japan inspiriert wurde. Schon beim Lesen der ersten Seiten wird klar: Frau Adieh hat hier sehr gut recherchiert. Die Geschichte ist angereichert mit allerhand japanischen Begriffen. Da ich in meiner Teenie Zeit eine ausgeprägte Anime, Mangas, Japan Phase hatte, konnte ich mit dem Großteil der Begriffe etwas anfangen. Ansonsten gibt es aber auch ein Glossar. Das die Autorin sich intensiver mit dem Land auseinander gesetzt hat merkt man auch, dass sie für den rituellen Selbstmord das Wort Sepukku benutzt und nicht das in Europa und Amerika verwendete Word Harakiri.

Allgemein beweist die Autorin wieder ihr Händchen für ein stimmungsvolles Worldbuilding. Ganz gleich ob man sich mit dem Land der aufgehenden Sonne, das hier als Vorbild diente, schon befasst hat oder nicht, man wird als Leser sofort in die fernöstliche Atmosphäre hineingezogen. Dabei hält sie wunderbar die Balance zwischen Umgebungsbeschreibungen und eigentlicher Handlung. Ich habe es sehr genossen in die Welt der Samurai und Shogun einzutauchen.

Renèe Ahdieh: The queen of dialogues

Doch nicht nur die Welt kann sich sehen lassen, nein auch die Charaktere wissen zu überzeugen. Mariko ist eine starke, authentische Protagonistin. Sie ist intelligent und schlagfertig, aber auch impulsiv und in manchen Belangen etwas naiv. Dank dieser Mischung aus Stärken und Schwächen ist sie ein ausgewogener und gut konstruierter Charakter, den ich sehr gerne begleitete. Darüber hinaus zeigt die Autorin auch wieder, warum sie für mich im Jugenbuchbereich die unangefochtene Königin der Dialoge ist. Die diversen verbalen Auseinandersetzungen zwischen Mariko und Okami waren sehr amüsant und gelungen. Zwar reichen die Dialoge in ihrer Raffinesse noch nicht ganz an denen aus Zorn und Morgenröte heran, aber sie sind immer noch pfiffiger und gescheiter als bei den meisten anderen Jugendbüchern und was der größte und wichtigste Unterschied ist: sie wirken nicht aufgesetzt.

Das alles führt dazu, dass das Buch trotz einer etwas langsame voranschreitenden Handlung überaus lebendig und dynamisch wirkt. Einziger Wehrmutstropfen: An zwei Stellen machte mir die Handlung einen zu großen Sprung nach vorne. Eine dieser Stellen betrifft leider die Liebesbeziehung, denn während diese zunächst in einem äußerst angenehmen, vorsichtigen Tempo beginnt, macht sie im zweiten Drittle eben diesen gerade erwähnten und für mich nicht ganz nachvollziehbaren Sprung. Da mich das Buch in seiner Gesamtheit aber trotzdem super unterhalten hat (und ich keine halben Punkte vergebe), drück ich mal ein Auge zu und gebe trotzdem die volle Punktzahl.

Auch wenn der neue Auftakt nicht mit Ahdiehs Debüt Dilogie (Zorn und Morgenröte/Rache und Rosenblüte) mithalten kann, lohnt sich dieser Ausflug nach Fernost. Eine authentische Protagonistin, gewitzte Dialoge und eine toll beschriebene, exotische Umgebung, machen das Buch zu einem Lesegenuss.



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Tiana's Bücherfeder: 5/5          
Golden Letters: 4/5                   
Nobody knows: 5/5                  



Kommentare:

  1. Huhu :)

    Vielen lieben Dank für die Verlinkung <3

    Auch mir hat das Buch richtig gut gefallen. Beim Cover sind wird uns allerdings nicht ganz einig - als absolutes "Schöne-Cover-Kaufopfer" hat mich das deutsche Cover natürlich sofort angelacht. Wobei ich dir absolut recht geben muss, dass es rein inhaltlich nicht sonderlich gut passt!

    Den Sprung in der Liebesgeschichte habe ich genauso empfunden. In der Leserunde zum Buch war ausgerechnet da auch noch ein Abschnitt zu Ende, deshalb war dieser Cut wirklich krass und ich hab mich gefragt, ob ich wohl aus Versehen ein Kapitel übersehen habe^^

    Liebe Grüße
    Lisa von Prettytigers Bücherregal (Blog & Facebook)

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    1. Ja ich war auch verwirrt. In einem Moment hassen sie sich noch und nur unterschwellig ist da etwas und im nächsten fallen sie übereiander her o.O

      Und ich gebe zu, dass mir das Cover auch nicht gefällt, weil ich rosa und pink nicht austehen kann, esm ich also auch rein von der Ästhetik her nicht ansprichtxD Aber in erster Linie mag ich es nicht wegen dem Klischee und der Botschaft.

      LG Sandra

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