28. Mai 2019

[Rezension] Dry - Neal & Jarrod Shusterman

Weitere Infos zum Buch:
 
ISBN: 978-3-7373-5638-1
Übersetzer/in: Kristian Lutze, Pauline Kurbasik
Ersterscheinung (D): 22.05.2019
Genre: Jugendbuch, Endzeitroman



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(Verlagstext)
Kein Wasser. Nicht heute. Nicht morgen. Vielleicht nie mehr.
Niemand glaubte, dass es so weit kommen würde. Doch als Alyssa an einem heißen Junitag den Wasserhahn aufdreht, passiert nichts. Es kommt nicht ein Tropfen. Auch nicht bei den Nachbarn. In den Nachrichten heißt es nur, die Bewohner Kaliforniens sollen sich gedulden. Aber als das Problem nicht nur mehrere Stunden, sondern Tage bestehen bleibt, geduldet sich niemand mehr. Die Supermärkte und Tankstellen sind auf der Jagd nach Wasser längst leer gekauft, selbst die letzten Eisvorräte sind aufgebraucht. Jetzt geht es ums Überleben.


Beide Cover setzten auf einen eher minimalistischen Stil, die Farbe Rot und der Kombination von Wasser und Feuer, Beides Elemente, die im Verlauf der Handlung wichtig und lebensbesdrohlich werden, wenn auch auf unterschiedliche Art und Weise. Passend sind also schon mal beide Cover und gefallen mir auch beide sehr gut. Das deutsche Cover gefällt mir aber noch ein Tick besser, da es noch etwas lebendiger und bedrohlicher wirkt.

Neal Shusterman ist ja mittlerweile schon eine Größe im Jugendbuchbereich und wird viel gelobt. Ich persönlich habe ehrlich gesagt noch nichts von ihm gelesen (Scythe subbt noch), daher war ich sehr gespannt, ob der Autor mich mit Dry überzeugen kann.

Realistisches Szenario

California Drought. Das ist ein Begriff der in den USA in den letzten Jahren immer wieder in den Medien war. Gemeint ist damit die Dürreperiode in Kalifornien die von 2011 bis 2017 anhielt. Zeitweise hatten hunderte Haushalte kein fließendes Wasser, ganze Seen trockneten aus und es gab Verbote zum Wassersparen wie z.B. ein Rasensprengverbot, der Notstand wurde ausgerufen. 2017 dann endlich wieder Regen, die Dürre wurde offiziell für beendet erklärt, doch ist die Gefahr gebannt?

Wer mehr über das verehrende Ausmaß der großen Dürre erfahren will, hier ein sehr guter und ausführlicher Artikel (mit Video) in der Frankfurter Allgemeinen

Wer sich diese Meldungen anschaut und dann einen Blick auf Dry wirft, dem wird schnell klar: Dieser Roman ist realistischer, als es uns lieb ist, realistischer, es sein sollte! Das Vater-Sohn Autoren Duo treibt die Auswirkungen der Dürre noch ein Stück weiter, doch nur ein kleines bisschen, denn vieles war in Kalifornien an manchen Orten schon erschreckende Realität. Das ist es, was diesen Roman so eindringlich und beklemmend macht.
Wenn ich einen Endzeitroman mit Zombies lese, ist das spannend, aber ich mache mir keine weiteren Gedanken darum, doch bei Dry ist das anders. Packend ist das Buch ebenso, doch zusätzlich, zumindest war es bei mir so, fängt man an, sich so seine Gedanken zu machen. Die Seiten fliegen dahin und mit jeder einzelnen, wird die eigene Kehle immer trockener und man ertappt sich dabei zu überlegen, nicht doch eine Kiste Wasser im Keller für Notfälle zu lagern.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt übrigens jedem Haushalt jederzeit Lebensmittel und Wasser für mindestens 10 Tage vorrätig zu haben. Hier findet ihr deren Hinweise.

Das alles macht den Roman unglaublich mitreißend und nachdenklich stimmend zugleich. Mark Twain soll angeblich mal gesagt haben: „In Kalifornien ist Whisky zum Trinken da. Und Wasser, um darum zu kämpfen!“ und auch heute sagen schon einige Klimaexperten, der dritte Weltkrieg widd um Wasser geführt werden. Ob das stimmt? Ich hoffe nicht, aber auf jeden Fall macht Dry einem das Problem bewusst und dafür kann man den Roman nur loben.

An manchen Stellen, dann doch nicht realistisch

Nach dem ganzen Lob der Thematik, kommen wir zurück zur Umsetzung, denn hier lief es leider nicht an allen Stellen rund. Dazu sei aber gesagt, es ist meckern auf hohem Niveau, immerhin habe ich ja auch nur ein Dreieck deswegen abgezogen. Paradoxerweise ist es der Mangel an Realismus an bestimmten stellen, der mich am meisten störte. Denn während das Szenario hyperrealistisch ist, ist es die Reaktion der Menschen an einigen Stellen nicht. So fand ich es doch schon seltsam, das bereits am Tag zwei alle dermaßen am ausrasten sind. Sicher, der Mensch überlebt nur 3 Tage ohne Wasser, an Tag zwei ohne was getrunken zu haben, hat man also schon extrem Durst, aber der Großteil der Bevölkerung muss doch noch was im Haus gehabt haben bez. eingekauft haben? Selbst mein Freund und ich, die wir zum größten Teil von Leitungswasser leben, haben min. 4 L an Getränken zu Hause und in den USA, wo man vielerorts Leitungswasser nicht trinken kann, haben die Leute normalerweise das dreifache zu Hause. Es erscheint mir daher etwas verfrüht, dass bereits am Tag zwei fast niemand mehr etwas zu trinken hat.
Auch das Ende fand ich nicht ganz so gut, Spoiler: denn es artete überraschenderweise in einem etwas kitischem Happy End aus, in dem alle vorherigen Probleme wie von Zauberhand von der Regierung gelöst werden. Mir fehlt da irgendwie die Moral von der Geschicht.

Beklemmend, fesselnd, schockierend, das ist Dry definitiv, denn es zeigt schonungslos eine Realität die absolut möglich ist und einen mit trockener Kehle zurücklässt. Lediglich der etwas verfrühte Start der Extremlage und das Ende bilden kleine Wermutstropfen (ungewolltes Wortspiel 😂).


Weltenwanderer: 5/5        
Between the Lines: 4/5     
Books have a soul: 4/5      
Nenis Welt                           


Kommentare:

  1. Huhu!

    Ja, ich kann da deine Kritik gut verstehen, aber ich hab das in den Punkten nicht so eng gesehen.
    Ich denke, dass die meisten wirklich für 2-3 Tage Vorräte hätten zum Trinken - wenn man sofort einspart, sollte es reichen wenn man nur das nötigste trinkt.
    Aber 2 Tage komplett ohne Trinken? Ich denke schon dass man da schon ziemlich am ausrasten ist, denn Durst zu haben ist schon sehr quälend und das Gehirn schaltet ja immer mehr ab. Deshalb fand ich das schon nachvollziehbar. Dass kein Wasser da ist hat einfach die Handlung gebraucht, deshalb fand ich das nicht so schlimm ;)

    Mit dem Schluss bin ich zufrieden, klar ist es schon sehr "Happy End", aber eine Moral suche ich hier auch nicht, denn die ganze Geschichte und die Charaktere geben - zumindest für mich - genug Stoff zum Nachdenken.

    Vielen Dank auch fürs verlinken <3

    Liebste Grüße, Aleshanee

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    1. Hi =)
      Die Reaktion der Durstigen an sich, fand ich ja auch gut gelungen und nachvollziehbar, nur eben zwei, drei tage zu früh, da die Leute realistisch gesehen noch Vorräte gehabt haben müssen. Man hätte diese ersten Tage ja auch sprunghaft abhandeln können, dann wäre es logisch gewesen und hätte nicht viel von der Handlung beansprucht.

      Und immer wieder gerne =)
      LG Sandra

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  2. Hey du,
    danke für deine Rezension. Ich möchte das Buch auch diesen Monat lesen und bin schon gespannt wie es mir gefallen wird.
    Liebe Grüße, Petra von Papier und Tintenwelten

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    1. Huhu =)
      Na dann bin ich auch mal gespannt, aber das Buch scheint ja allgemein gut anzukommen, da bin ich guter Dinge, dass es dir auch gefällt =)

      LG Sandra

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