30. Oktober 2019

[Rezension] Die Gabe des Winters - Mara Erlbach

Weitere Infos zum Buch:
 
ISBN: 978-3-7341-6193-3
Übersetzer/in: /
Ersterscheinung (D): 30.09.2019
Genre: Romantasy



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(abgeänderter Verlagstext, da dieser so nicht  ganz stimmt)
Im eisweißen Wald von Area liegt das Dorf Pago. Hier hoffen Nuria und ihre Familie auf das Ende des ewigen Winters, denn seit dem großen Schnee haben alle Menschen auf rätselhafte Weise ihre magischen Kräfte verloren. Geblieben ist der Hunger, sowie ein gefürchteter Herrscher, dessen Gemahlin verschwunden scheint, und jene Legende über eine rettende Magie - die Gabe des Winters. Wer es schafft, die finstere Burg von Lord Tarik zu betreten, soll diese Kraft erhalten. Als Nurias Vater im Sterben liegt bricht sie das Jagdverbot des grausamen Herrschers und als dieser sie auf frischer Tat erwischt, verschleppt er sie auf seien Burg, die Gabe des Winters ist nun zum Greifen nah.


Wunderschön, das fällt mir zuerst dazu ein. Das Cover ist ein Eyecatcher und ist mir schon Ende letzten Jahres aufgefallen, sodass ich mich schon seit Monaten auf dieses Buch gefreut habe. Besonders kreativ finde ich, dass die in die Schneeflocke Gebäude eingearbeitet sind. Ein bisschen Schade nur, dass man das beim echten Buch kaum erkennt, da ist nämlich die ganze Flocke mit einem sandartigem Glitzerüberzug versehen, der ist zwar ganz nett, etwas weniger, und eher punktuell, als als einzige Fläche eingesetzt, wäre schöner gewesen.

Wie bereits erwähnt, dieses Buch habe ich schon eine ganze Weile auf dem Schirm und freute mich daher sehr, als ich es endlich in den Händen hielt und loslesen konnte. Das Durchlesen ging auch ratzfatz, das Buch schloss ich dennoch mit gemischten Gefühlen ab. Warum, weshalb, wieso, verrate ich euch jetzt.

Die Schöne und das Biest trifft auf die Schneekönigin
Als ich mit dem Buch startete, erwartete ich, eine Adaption der Schneekönigin vorzufinden. Mara Erlbach entführt uns Leser in eine Welt voller Eis und Schnee. Sehr gut gelungen ist es ihr, wie ich finde, die Not der Bewohner Pagos darzustellen. Der Hunger, die Kälte und wie sich die Leute an jedes Strohhalm Hoffnung klammern, da sie die Verzweiflung sonst zu überwältigen drohen würde. So malerisch schneebedeckte Hügel und Eiswälder auch klingen, wenn's ums Überleben geht, sind Schnee und Eis bei weitem nicht mehr idyllisch.
Auch die Atmosphäre auf der Burg zu vermitteln, gelingt der Autorin. Besonders schön fand ich, wie sich die diese und die Bewohner Griseos stückweise, unter Nurias Anwesenheit verändern, erst nur in kleinen Details, später in größere. In Atmosphäre und Feeling, erinnert das Buch also schon an Andersens Schneekönigin.

Doch es ist ein anderes Märchen, dessen Einfluss hier noch viel deutlicher zu spüren ist udn das ist die Schöne und das Biest. Der Hype um dieses Märchen, sei es die Disney Adaptionen oder diverse Jugendbuch Adaptionen ist ungebrochen (mein lieblingsdisneyfilm war es übrigens nie). Das führt natürlich dazu, dass man bis zu einem gewissen Grad, die Handlung voraus ahnen kann, allerdings bringt die Autorin noch genügend eigene Ideen mit ein, dass es mich nicht störte. Das Geheimnis um die Gabe des Winters und was mit Lady Miriam geschehen ist bringen erfrischend individuelle Impulse in die Handlung.

Und der Award für das schlechteste Ende geht an ...
Bis zu den letzten 30 Seiten hätte ich dem Buch noch gut und gerne 5 Punkte, für eine zwar nicht spezielle, dafür aber sehr unterhaltsame Handlung gegeben, auch wenn ich zu diesem Zeitpunkt schon etwas skeptisch war, ob das nicht ein Reihenauftakt ist, denn an der Stelle waren noch etliche fragen offen. Tja, und dann kam das Ende. Also ein Reihenauftakt ist es schon mal nicht, das kann ich euch sagen und was ich euch noch sagen kann: Das Ende hat es so richtig verbockt. Ohne  zu übertreiben muss ich feststellen: Ich habe selten ein so schlechtes und liebloses Ende gelesen, wie bei die Gabe des Winters. Alles löst sich auf magische Weise auf 30 Seiten auf, sämtliche Fragen werden dahingeschludert und übereilt beantwortet. Es ist als ob die Autorin nach 480 Seiten keine Lust mehr gehabt hat, sich für die letzten Seiten einen (unbegabte) Ghostwriter engagiert hat und sich dann sagte, "Joar passt schon". Nicht nur inhaltlich, auch stilistisch wird auf einmal alles nur noch schnell, schnell zu Ende gebracht. Und man fragt sich warum nur?Denn auf den ganzen vorherigen Seiten, hat die Autorin ja bewiesen, dass sie schreiben kann.

Die Auflösung ist dementsprechen nicht nur völlig übereilt, sondern auch ziemlich lächerlich
Achtung, nachfolgender Abschnitt enthält gravierende Spoiler.
Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Wie wärs mit Justor. Während Nuria Tage brauchte, ob sich ihrer Gabe überhaupt bewusst zu werden, ist seine, Bumm, Zack peng, sofort zu Stelle, als er Griseo betritt und oh was für ein Zufall, er kann die Wahrheit herausfinden, gerade als die Autorin alles auflösen muss. Einfacher kann man es sich ja wohl nicht machen.
Dann Katrey, zugegeben, dass sie es war, hat mich überrascht, ich hatte auch auf den Magier getippt, aber warum, weshalb, wieso? Wieso hat sie Tarik geholfen, Nurias Herz zu gewinnen, wenn sie Nuriafür sich wollte? Schnurzpiepegal, sie ist irre, mehr Erklärung braucht es nicht, abgehakt, nächster Punkt.
Miriams mysteriöses Schicksal? Reingelegt, die hockte blos die ganze Zeit im Keller. Der Tod der Mutter? Noch ein Scherz, die hockte zwei Zimmer weiter drüber. Und nach keine 20 Seiten Begründung sind alle wieder vereint, es ist Friede-Freude-Eierkuchenzeit und sie reiten auf ihrem rosa Einhorn in den Sonnenuntergang.

Die Gabe des Winters hätte ein richtig gutes Buch sein können. Atmosphäre war da, die Handlung verlief spannend, doch das Ende zerstört es völlig. Lieblos und unlogisch werden alle Konflikte in nullkomma nichts aufgelöst. Schade, denn davor hatte ich richtig Spaß mit dem Buch


https://www.randomhouse.de/Verlag/Blanvalet/1000.rhd

Lesezauber: 4/5                 
Letannas Bücherblog: 5/5


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